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Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes


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Diabetes-Kongress der DDG: Was ist die Aufgabe von Selbsthilfe? Und was leisten Diabetesblogs?

Am Freitag habe ich beim Diabetes-Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) eine spannende Sitzung zum Thema „Selbsthilfe“ besucht. Was kann Selbsthilfe leisten? Wer nutzt die Angebote von Selbsthilfegruppen? Welchen Stellenwert hat die Selbsthilfe im Internet? Die Diskussion war gegen Ende durchaus kontrovers und mündete in der interessanten Frage, ob Diabetesblogs in irgendeiner Form wissenschaftlich zertifiziert sein sollten.

Beim Stichwort „Selbsthilfegruppe“ denken die meisten Jüngeren von uns (zu denen ich mich mit meinen 47 Jahren übrigens auch zähle) an langweilige Kaffeekränzchen mit Diätkeksen, bei denen ältere Typ-2-Diabetiker sich über ihre Gebrechen und das Kantinenessen beim letzten Krankenhausaufenthalt austauschen. Also nichts, womit sich ein jüngerer Mensch identifizieren könnte, der „nur“ mit einem Typ-1-Diabetes gestraft ist, den man ihm im Alltag aber nicht zwingend anmerkt.  Weiterlesen


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Mein Diabetes wird sieben Jahre alt: Erinnerungen an einen komischen Tag

Es gab in meinem Leben bislang zwei Tage, an denen mir schlagartig klar wurde, dass ab jetzt nichts mehr so sein würde wie zuvor. Zum einen den Tag, an dem ich erfuhr, dass ich schwanger war. Und zum anderen den Tag, an dem ich die Diagnose Typ-1-Diabetes erhielt. Letzteres ist heute sieben Jahre her – und ich kann meinem Beitrag zum 5. Geburtstag vom vorletzten Jahr eigentlich nichts hinzufügen. Deshalb veröffentliche ich ihn heute noch einmal.

Heute ist der siebte Jahrestag meiner Diabetes-Diagnose. Der 30. März 2010 hat sich in meine Erinnerung eingebrannt wir kaum ein anderer Tag, und deshalb möchte ich heute einmal zurückblicken. Ich war gerade 40 Jahre alt geworden und hatte diesen runden Geburtstag mit ein bisschen Verspätung auch groß gefeiert. Mich plagte neben einer ganz leichten Midlife-Crisis nur ein hartnäckiger Husten, dem mit den üblichen Hausmitteln einfach nicht beizukommen war. Weiterlesen


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Schluss mit den Werbelügen: Leben mit Diabetes heißt leider auch Leben mit Einschränkungen!

„Mit Typ-1-Diabetes kann man heute ein ganz normales Leben führen!“ Es gibt Tage (und diese Woche hatte ich einige davon), an denen ich Sprüche wie diesen um’s Verrecken nicht hören möchte. Weil sie schlicht und ergreifend mit dem realen Alltag nichts zu tun haben.

Wer heutzutage die Diagnose Typ-1-Diabetes erhält, der bekommt von Beginn an Botschaften wie „Sie können weiter alles essen, was Sie essen möchten“ oder „Sie müssen sich mit nichts wirklich einschränken“ mit auf den Weg. Auf der Internetseite des Profil-Instituts liest sich das so: „ (…) mit guter Blutzuckerkontrolle können Diabetiker jedoch – abgesehen von der Therapie – ein vollkommen beschwerdefreies und normales Leben führen.“ Das ist sicherlich beruhigend und ermutigend gemeint, denn eine Aussage wie „Sie haben sich hier eine lebensbedrohliche Stoffwechselerkrankung angelacht, die Sie permanent auf Trab halten und Ihnen regelmäßig den Tag versauen wird“ würde wohl kaum dabei helfen, die Diagnose zu akzeptieren und mutig nach vorn zu schauen. Weiterlesen


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Mit Diabetes auf der Flucht und in einem fremden Land leben

Die Flüchtlingskrise hat dazu geführt, dass sich auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft neuerdings für das Thema Migration interessiert. Dabei gibt es nicht nur unter den neuen Einwanderern viele Menschen mit Diabetes, sondern auch unter denjenigen Migranten, die schon seit Generationen bei uns leben.

Ich bin Medizinjournalistin, Typ-1-Diabetikerin und aktives Mitglied des Willkommensteams für Flüchtlinge in meiner Heimatstadt Elmshorn. Da liegt es nahe, sich einmal mit der Frage zu beschäftigen, wie eigentlich Menschen mit Diabetes klarkommen, die aus ihrer Heimat flüchten und auf dem Weg hierher und auch hier in Deutschland ihren Diabetes irgendwie managen müssen. Glücklicherweise musste ich überhaupt nicht lange suchen, um einen Flüchtling zu finden, den ich interviewen und portraitieren konnte. Mein Diabetologe erzählte mir von einem jungen Mann aus Syrien, der als Typ-1-Diabetiker in seiner Praxis gerade komplett neu eingestellt wurde. Weiterlesen


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Ehrlicher Sünden-Check: Wie mustergültig ist mein Diabetesmanagement?

Lisa hat mit ihrem heutigen Blogpost ein paar Tabus angesprochen, über die Diabetiker nicht sprechen, die sie aber wider besseres Wissen trotzdem tun.

Es geht um das konsequente Händewaschen vor dem Blutzuckermessen, das regelmäßige Wechseln der Lanzetten und Pen-Nadeln und das Desinfizieren der Haut vor dem Katheterwechsel. Okay, letzteres ist für mich kein relevantes Thema, da ich keine Pumpe trage. Doch die anderen Punkte kenne ich nur zu gut, da weicht mein Verhalten auch ab und an von dem ab, was ich in meiner Schulung gelernt habe. Machen wir also einmal den ganz ehrlichen Check: Wie mustergültig ist mein Diabetesmanagement? Weiterlesen


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#DBW2015 In guten wie in schlechten Werten – Diabetes und Freunde, Partner, Angehörige

Mit dem heutigen Thema der Diabetes Blog Woche #DBW2015 habe ich mich in diesem Frühjahr bereit intensiv beschäftigt. Da hatte ich nämlich den Auftrag, die Titelgeschichte für den Focus Diabetes zu schreiben. Thema: Diagnose Diabetes – Was Angehörige wissen müssen. Für meine Geschichte suchte ich via Facebook Fallbeispiele: Menschen, die bereit waren, mit mir darüber zu reden, wie der Diabetes ihr Familienleben oder ihre Partnerschaft beeinflusst. Zusätzlich befragte ich Diabetologen und Psychologen, die in ihren Praxen häufig mit familiären Konflikten infolge des Diabetes zu tun haben. Die Gespräche waren intensiv und gingen mir sehr nahe. Sie machten mir unter anderem auch bewusst, wie gut ich in meinen zwischenmenschlichen Beziehungen aufgehoben bin – auch mit meinem Diabetes. Ich habe diese Geschichte bislang noch nicht auf meinem Blog veröffentlicht und finde, das heutige DBW-Thema ist eine gute Gelegenheit, dies nachzuholen. Weiterlesen


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Mein Diabetes wird fünf Jahre alt: Erinnerungen an einen komischen Tag

Es gab in meinem Leben bislang zwei Tage, an denen mir schlagartig klar wurde, dass ab jetzt nichts mehr so sein würde wie zuvor. Zum einen den Tag, an dem ich erfuhr, dass ich schwanger war. Und zum anderen den Tag, an dem ich die Diagnose Typ-1-Diabetes erhielt.

Heute ist der fünfte Jahrestag meiner Diabetes-Diagnose. Der 30. März 2010 hat sich in meine Erinnerung eingebrannt wir kaum ein anderer Tag, und deshalb möchte ich heute einmal zurückblicken. Ich war gerade 40 Jahre alt geworden und hatte diesen runden Geburtstag mit ein bisschen Verspätung auch groß gefeiert. Mich plagte neben einer ganz leichten Midlife-Crisis nur ein hartnäckiger Husten, dem mit den üblichen Hausmitteln einfach nicht beizukommen war. Am Montag nach der Feier ging ich also zu meinem Hausarzt, um meine Lunge abhören und mir etwas Stärkeres gegen meinen Husten verschreiben zu lassen. Bei der Gelegenheit wollte ich ihm auch den komischen Computerbrief vom Roten Kreuz zeigen, der nach dem Blutspendetermin ins Haus geflattert war. Beim letzten Blutspendetermin hatte man außer der Reihe, als kleinen Service für die Blutspender, den Blutzuckerwert bestimmt. Ich bekam Post, weil mein Wert irgendwo bei 380 mg/dl lag. Ich wusste aus meiner Arbeit als Medizinjournalistin, dass das ein absurd hoher Wert war. Doch ich tippte auf einen Messfehler, weil ich keines der typischen Diabetes-Symptome wie übermäßigen Durst und ständiges Wasserlassen hatte. Ich hatte zwar seit Weihnachten zwei Kilo abgenommen, doch dieser Gewichtsverlust war hart erkämpft gewesen und ganz sicher nicht Folge einer gestörten Glukoseverwertung. Weiterlesen