Süß, happy und fit

Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes


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What’s on a diabetic’s mind… Das Gehirn steht einfach nicht still!

„Sei nicht traurig, dass du Diabetes hast, du machst das doch so toll und hast deine Krankheit so prima im Griff!“ Ihr kennt solche Sprüche sicherlich. Immer wirklich lieb und aufmunternd gemeint, und genau diese Facette weiß ich auch zu schätzen. Und doch nagt manchmal etwas in mir, wenn ich Freunde oder Verwandte so etwas sagen höre. „Habt ihr eigentlich die geringste Vorstellung davon, was mir in puncto Diabetes im Laufe eines Tages so alles durch den Kopf geht? Durch den Kopf gehen muss? Was für Datenmengen das sind?“

Nein, die meisten Menschen haben keine Vorstellung davon. Weder davon, wie viele Gedanken das sind, noch davon, welchen Stellenwert sie manchmal einfordern. Und deshalb finde ich es wichtig, sich gelegentlich darüber mitzuteilen. Nicht um sich mit einer im Alltag meist gut beherrschbaren Krankheit (ja ich weiß, Krebs ist viel schlimmer…) hervorzutun, oder um Mitleid oder Beifall zu heischen. Sondern um aufzuklären und um Verständnis zu werben. Weiterlesen

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Mal spinnt er, mal nimmt er nix krumm: Mein Blutzucker…

Ein Brötchen, die eine Hälfte mit Serranoschinken und Ei belegt, die andere Hälfte mit Käse und Marmelade. Dazu ein Smoothie aus Spinat und etwas Birnensaft. Typische Wochenendfrühstück. Blutzuckerverlauf? Untypisch. Danach Food Truck Festival mit etlichen ungewohnten Gerichten – und Ebbe in der Insulinpatrone. Blutzuckerverlauf? Völlig ungerührt.

Man sollte ja meinen, nach über 6 Jahren mit Typ-1-Diabetes habe man so halbwegs durchschaut, wie der Blutzucker wann und warum tickt. Ist aber nicht so. Dafür ist mein Tagesprofil vom vergangenen Samstag ein tolles Beispiel. Der Tag fing mit einem gemütlichen Frühstück an, wie ich es am Wochenende oft zu mir nehme: ein Brötchen, die eine Hälfte mit Serranoschinken und Ei belegt, die andere Hälfte mit Käse und Marmelade. Dazu ein Smoothie aus Spinat und etwas Birnensaft. Unzählige Male erfolgreich mit 6 KE geschätzt, den Glukoseanstieg mit einem Spritz-Ess-Abstand von 25 Minuten auch prima austariert. Weiterlesen


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Feuchte Augen und ein Kloß im Hals: Zu Besuch bei Novo Nordisk

Ich verwende gar kein Insulin Novo Nordisk. Als ich bei einem Besuch im Headquarter des dänischen Herstellers in Hillerød die Insulinabfüllung und -verpackung besichtigen durfte, war mir auf einmal doch ganz eigentümlich zumute: Denn wenn solche Maschinen nicht laufen würden, dann wäre ich längst tot.

Das Allerbeste am Journalistendasein ist, dass man gelegentlich zu Pressereisen eingeladen wird. Manchmal sind das Veranstaltungen am Rande großer Kongresse, die ich ohnehin besuche um darüber zu berichten. Manchmal aber auch Einladungen ganz losgelöst von derartigen Ereignissen. Vor Kurzem hatte ich auf diesem Wege die großartige Gelegenheit, als eine von insgesamt 27 Journalisten aus 11 europäischen Ländern direkt vor Ort in einem neuen Werk zur Insulinabfüllung im dänischen Hillerød einige wichtige Menschen aus der Führungsetage des Insulinherstellers Novo Nordisk kennen zu lernen, viel über seine Unternehmenshistorie und Philosophie zu erfahren und einen Blick in die heiligen Hallen zu werfen, in denen Insulinpens montiert und für den Transport in die verschiedenen Regionen dieser Erde vorbereitet wird. Weiterlesen


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Alltagstest: Was mein Diabetestäschchen können muss

Es soll ja Menschen geben, die stecken sich ihr Blutzuckermessgerät und ihren Pen einfach in die Hosentasche. Das kommt für mich nicht in Frage: Bei mir müssen alle Utensilien ordentlich verstaut sein. Darf ich vorstellen? Meine Diabetestäschchen und ich!

Mein erstes Diabetestäschchen bekam ich am Tag der Diagnose in der Diabetespraxis ausgehändigt. Es war ein Werbegeschenk einer Pharmafirma, ich glaube von Berlin Chemie. Schwarz, mit Werbeaufdruck, optisch nicht sonderlich ansprechend. Aber das Innenleben fand ich prima: Gummischlaufen für zwei Insulinpens, diverse kleine Reißverschlussfächer für Kleinkram wie Reserve-Insulinampullen, Traubenzucker, Pennadeln und Ersatzbatterien und ein Fach für das Blutzuckermessgerät. Weiterlesen


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Zwei Wochen lang Diabetes simulieren – Was kriegt man dabei wohl mit?

Heute bin ich auf ein Experiment aufmerksam geworden, das Imke vom Nachbarblog „Diabetes durch zwei“ plant. Sie will zwei Wochen lang ihren Blutzucker messen und „spritzen“ als sei sie selbst Diabetikerin, um besser zu verstehen, wie sich das Leben mit Diabetes anfühlt. Nun, ich habe da ein paar Aufgaben für sie…

Imke hat keinen Diabetes, bloggt aber darüber. Sie beschäftigt sich als Lebenspartnerin eines Typ-1-Diabetikers auf ihrem Blog mit der Angehörigen-Perspektive, die bekanntlich auch mich so sehr interessiert, dass ich ein Buch darüber schreiben möchte. Nun möchte sie also die reine Angehörigen-Perspektive verlassen und (zumindest soweit das möglich ist, wenn man selbst eine funktionierende Bauchspeicheldrüse hat) selbst erleben, was es bedeutet, täglich mehrmals den Blutzucker zu messen, sich selbst eine Spritze zu setzen und dabei möglicherweise von anderen beobachtet zu werden. Weiterlesen


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Wie man auch ohne Pumpe einen verzögerten Bolus spritzen kann

Insulinpumpenträger wissen ihn meist sehr zu schätzen: den verzögerten oder gesplitteten Bolus, mit dem sie Mahlzeiten abdecken können, deren Kohlenhydrate zum Teil erst etwas später im Blut ankommen und den Glukosespiegel beeinflussen. Man kann einen verzögerten oder gesplitteten Bolus aber durchaus auch mit ganz normalen Insulinpens simulieren.

Eines vorweg: Ich weiß um die vielen Vorteile, die eine Pumpentherapie im Alltag haben kann. Von wegen besseres Feintuning, mehr Flexibilität mit verschiedenen Basalraten, diskrete Bolusgabe in der Öffentlichkeit etc. Mich persönlich reizt eine Insulinpumpe derzeit trotzdem nicht. Ich habe mich mit meinem Freestyle Libre Sensor angefreundet und empfinde ihn nicht als störend, doch ein weiteres (und doch noch um einiges größeres) Gerät am Körper zu tragen, schreckt mich bislang doch sehr ab. Ich bin zufrieden, wenn ich nach dem Insulinspritzen meine Pens in meinem Täschchen verstauen kann und meinen Körper danach wieder für mich habe – ohne dass ich an einen Katheter mit seinem Schlauch (in dem ich mich bestimmt permanent verheddern würde) und den besten Aufbewahrungsort für die dazugehörige Pumpe denken muss. Weiterlesen


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Zuckerchaos – und mein verehrter Begleiter Diabetes kann ausnahmsweise nix dafür!

Hohe Nüchternwerte, die Faktoren passen auf einmal nicht mehr – über Weihnachten spielte mein Blutzucker verrückt. Doch ich muss dieses Mal meinen Diabetes in aller Form um Verzeihung bitten: Er kann tatsächlich gar nichts dafür!

In der vergangenen Woche und damit auch über die Weihnachtstage war ich mit meinen Zuckerwerten überhaupt nicht zufrieden. Während ich normalerweise mit Nüchternwerten zwischen 100 und 135 mg/dl in den Tag starte, begrüßten mich auf dem Display meines Freestyle Libre Scanners (ebenso wie auf meinem Blutzuckermessgerät) nun etliche Tage lang immer Werte zwischen 180 und 210 mg/dl. Und tagsüber mochte auch nichts so richtig gelingen. Nicht schön. Weiterlesen