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Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Bye bye Fitbit: Warum ich keine Lust mehr auf meinen Schrittzähler habe

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Ein gutes Jahr lang war mein Fitbit-Schrittzähler mein täglicher Begleiter. Er hat mich tatsächlich des öfteren auf Trab gebracht, wenn ich sonst eher herumgesessen hätte. Doch zuletzt hat er mich auch immer mehr genervt. Und nun scheint sein Akku aus dem letzten Loch zu pfeifen – Zeit für einen Abschied also.

Am Anfang meiner Fitbit-Karriere überwog die neugierige Begeisterung: Welche Strecken in meinem Alltag ergeben wie viele Schritte? Und wie kann man ein mageres Schrittekonto kurz vor dem Schlafengehen noch ein wenig pimpen? All das waren spannende Fragen. Dann beschäftigte ich mich mit den Details: Es ging nicht nur noch um die Gesamtschrittzahl pro Tag, sondern auch um die Verteilung der Schritte über den Tag. Außerdem erkundete ich die Fitbit-Szene und ihre Protagonisten. Und schließlich verfiel ich auch in einen gewissen Shopping-Rausch, weil man für den Fitbit-Schrittzähler einiges an Accessoires kaufen kann.

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Mein Schweinehund weiß genau, wie er mit Fitbit-Schritten argumentieren kann

Doch irgendwann setzte auch Ernüchterung ein. Dann nämlich, wenn mir bewusst wurde, dass so ein Schrittzähler gelegentlich auch böse Fehlanreize setzt. Weil er nämlich bei einem schweißtreibenden Krafttraining im Fitnessstudio viiiieeeel weniger Schritte zählt als bei einem Bürotelefonat, bei dem ich mit dem Hörer am Ohr im Zimmer auf und ab laufe. Beim Radtraining zählt er zwar Schritte, aber den Algorithmus dahinter habe ich nie durchschaut. Und beim Schwimmtraining sogar gar keine. Nun bin ich ja nicht ganz blöde und absolviere Krafttraining, Schwimmen und Radfahren nicht nur wegen der Schritte, die mein Fitbit dafür verbucht. Aber ich kann nicht leugnen, dass der Faktor „erzielbare Fitbit-Schritte“ durchaus gelegentlich in die Entscheidungsfindung mit einfloss. Was natürlich mein Schweinehund schnell spitzbekam. Der flüsterte mir dann auch mal ein: „Hey, lass das Schwimmtraining einfach sausen, du bekommst mehr Schritte zusammen, wenn du mit deiner Schwester telefonierst und dabei im Wohnzimmer auf- und anspazierst!“ Irgendwie kontraproduktiv.

Akku schwächelt, App synchronisiert nicht, keine Lust mehr

Vor ein paar Wochen bemerkte ich dann, dass der Akku des Fitbit-Flex nicht mehr so lange hielt wie zuvor. Statt vier bis fünf Tage waren es auf einmal nur noch ein bis zwei Tage, bis er wieder mit dem Ladegerät an die Steckdose musste – und während dieser Zeit natürlich nicht Schritte zählen konnte. Außerdem fiel es der Fitbit-App zunehmend schwer, sich mit dem Fitbit selbst zu synchronisieren. Normalerweise reichte es, einmal den aktuellen Bildschirm auf der App nach unten zu ziehen, dann synchronisierte sich die App mit dem Gerät und zeigte den aktuellen Schrittestand an. Zuletzt rödelte sich das Ding fast zu Tode, ohne den Schrittestand zu aktualisieren. Und eines schönen Tages vor knapp zwei Wochen hatte ich einfach keine Lust mehr. Ich entfernte den Schrittzähler mitsamt seines Magnet-Clips von meinem BH und legte ihn beiseite.

Kleine Anflüge von Panik: Oh nein, lauter verlorene Schritte!

Die ersten Tage „ohne“ waren ein bisschen seltsam. Denn ich geriet tatsächlich ab und zu in Panik, wenn ich eine längere Strecke im Haus oder draußen herumlief, ohne dass der Schrittzähler darüber wachte: „Oh nein, lauter verlorene Schritte! Die hätten mich in der Wochenende-Challenge doch richtig nach vorn gebracht!“ Mehrere Male am Tag ertappte ich mich dabei, dass ich auf der Fitbit-App nachschauen wollte, wie viele Schritte ich schon zurückgelegt habe.

Inzwischen habe ich ein Gefühl für die diversen Strecken in meinem Alltag

So langsam geht es auch gut ohne. Nach gut einem Jahr mit dem Schrittzähler habe ich mittlerweile ein ganz gutes Gefühl dafür entwickelt, wie viele Schritte ich von meinem Zuhause in die City, beim Laufen meiner 5-Kilometer-Hausrunde oder beim Gang zum Netto-Supermarkt vorn an der Straße gehe. Und auch, ab welchem Grad von Bewegungsmangel ich nach Feierabend unbedingt noch eine Runde um den Block gehen sollte. Das ist ein schöner Lerneffekt, den ich nicht missen möchte. Doch auf Dauer reicht es mir eigentlich aus, dass ich tagtäglich meine Zuckerwerte überwachen muss. Mehr Parameter müssen es nicht unbedingt sein, wenn es nach mir geht. Und deshalb schicke ich mein schwächelndes Fitbit nicht ein, obwohl noch Garantie drauf ist. Bye bye, Schrittzähler!

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