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Herzallerliebst: Unser verspätetes Valentins-Dinner mit Herz-Tortellini und Apfelrosen

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Als mir der Münchener Riva-Verlag vor ein paar Wochen ein Rezensionsexemplar des Kochbuchs „Essen mit Liebe“ schickte, war damit wohl insgeheim die Hoffnung verbunden, ich möge noch vor dem Valentinstag ein paar Zeilen über das Werk schreiben. Hat leider nicht geklappt, denn ich bespreche ungern Kochbücher, ohne wenigstens ein darin enthaltenes Rezept ganz in echt auszuprobieren. Aber kein Problem: Liebe geht auch nach dem Valentinstag durch den Magen.

Und so haben mein Mann Christoph und ich gestern Abend an zwei kreativen Liebeserklärungen aus der Küche versucht. Nummer eins: Herz-Tortellini mit Räucherlachsfüllung. Nummer zwei: Apfelrosen im Blätterteig als Dessert.

Zutaten
(
für den Teig):

  • 200 Gramm Mehl Type 550
  • 2 Eier
  • 1 TL Olivenöl
  • 1 Prise Salz

(für die Füllung):

  • 100 Gramm geräuchterter Lachs
  • 150 Gramm Ricotta
  • 1 TL abgeriebene Zitronenschale
  • 1 EL frischer Dill
  • 1 Ei
  • 25 Gramm frisch geriebener Parmesan

Der Nudelteig (wirklich ganz nach  Rezept gemixt) ließ sich gut verarbeiten und ausrollen. Bei der Füllung verwendeten wir mangels Dill halt Petersilie und vergaßen den Parmesan, weil in der Beschreibung der Zubereitung leider gar nichts darüber stand, wann er dazugemixt werden soll (ein kleiner Minuspunkt des Rezepts, finde ich). Und ich fürchte, unsere herzförmige Ausstechform hatte nicht wirklich 6 Zentimeter Durchmesser, wodurch pro gefülltem Herzchen kein ganzer Teelöffel Füllung Platz fand (wir haben deshalb etwa ein Drittel der Füllung übrig behalten). Aber sonst klappte alles einwandfrei – auch wenn das ganze Prozedere sehr zeitaufwändig war.

Während die Herz-Tortellini die vorgegebene halbe Stunde lang trockneten, machten wir uns an das Dessert. Eigentlich eine total simple Sache.

Zutaten:

  • 1 Zitrone (wie praktisch, wir konnten die Zitrone auspressen, deren Schale wir für die Tortellini gerieben hatten!)
  • 1 Liter Wasser
  • 2 rote Äpfel
  • 2 EL Aprilkosenmarmelade (fein, ohne Stückchen)
  • 1 TL Wasser
  • 1/2 TL Zucker und etwas Zimt
  • 275 Gramm fertiger Blätterteig
  • Muffinform für 6 Muffins

Die Äpfel werden halbiert, vom Kerngehäuse befreit und in feine Streifen geschnitten. Wichtig ist, dass die rote Schale mit einem halbrunden Rand erhalten bleibt – das bildet später den Blüttenblätter-Kranz der Rosen. Damit die Apelscheiben elastisch und formbar werden, bringt man das Wasser mit dem Zitronensaft in einem Topf zum Kochen, schaltet dann den Herd aus und legt sie für ein paar Minuten hinein. Ich war zunächst skeptisch, aber das funktioniert tatsächlich. Der Blätterteig wird ausgerollt und dann in 6 gleich breite Streifen geschnitten. Wir hatten keine Aprikosenmarmelade, aber Kürbismarmelade – ist ja ebenfalls orange. Marmelade mit einem Blubb Wasser und Zimt gemixt. Auf den halben Teelöffel Zucker verzichteten wir – in der Marmelade ist schließlich Zucker genug, und was soll ein halber Teelöffel schon ausrichten. Blätterteigstreifen mit der Marmelade einpinseln, Apfelscheiben gefächert drauflegen, Blätterteig umklappen und andrücken, dann aufrollen. In die Muffinförmchen setzen (unsere Muffinform ist aus Silikon und muss deshalb nicht eingefettet werden) und bei 170 Grad C. für 20 bis 25 Minuten backen. Unsere Muffins waren 25 Minuten im Ofen, der Blätterteig hätte für mein Empfinden aber noch krosser werden dürfen – also beim nächsten Mal vielleicht lieber bei etwas höherer Temperatur und/oder etwas längerer Backzeit?

Insgesamt haben wir gut zwei Stunden damit verbracht, dieses herzallerliebste Essen zu zaubern. Soviel Zeit hätten wir am Valentinstag, der dieses Jahr auf einen Dienstag fiel, definitiv nicht gehabt. Doch die Mühe hat sich gelohnt! Wir aßen die Tortellini mit einem Glas fertigem Pesto Genovese, was geschmacklich gut passte. Eine leichte Tomatensauce wäre vermutlich aber auch lecker dazu gewesen. Oder einfach die Tortellini in Butter schwenken und mit Basilikum anrichten. Die Muffins waren ebenfalls sehr lecker, auch wenn der Blätterteig nach längerer Backzeit sicher noch blättriger gewesen wäre. In jedem Fall war das Essen eine echte Augenweide und sah (beinahe) so hübsch aus wie die Bilder im Kochbuch, an denen sicher Heerscharen von Foodstylisten lange gearbeitet haben.

Weniger hübsch sah allerdings meine Glukosekurve am heutigen Morgen aus. Das Kochbuch enthält leider keine Kohlenhydratangaben – und ich hatte gestern schlicht keine Lust, alles genau auszurechnen. Bei meiner vagen Schätzung lag ich nur für ein paar Stunden richtig, denn ein paar Stunden nach dem Essen zeigte das Lesegerät des Freestyle Libre einen Wert von 100 mg/dl an, der dann vor dem Schlafengehen allerdings auf 167 mg/dl mit stark steigender Tendenz ankletterte. Ich korrigierte den Wert mit 1,5 Insulineinheiten und hoffte das Beste. Leider brachte das nur kurzzeitig eine kleine Zuckersenkung, dann schlugen in der Nacht die Fett-Protein-Einheiten (FPE) und das vielen Diabetikern bekannte böse Nudelmonster (Nudeln benehmen sich also in Sachen Glukoseverlauf nicht nur dann daneben, wenn man fertige aus der Tüte verwendet, sondern auch wenn man sie selbst zubereitet) mit voller Wucht zu. Mein Glukosewert lag die gesamte Nacht über deutlich über 200 mg/dl, was mir natürlich überhaupt nicht gefiel. Wer die Rezepte nachkochen und kein Zuckerchaos riskieren will, sollte die Mengenangaben also sicherlich einmal ordentlich durchrechnen und auch FPE großzügig berechnen. Nichtsdestotrotz: eine schöne Art, um mal auf High-Carb seine Liebe zu zeigen.

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Das vorgestellte Buch wurde mir vom Riva Verlag kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Mein Blogbeitrag darüber spiegelt meine persönliche und vom Verlag unbeeinflusste Meinung wider.

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