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Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Spaghetti ohne Kalorien und ohne Kohlenhydrate – kann das schmecken?

3 Kommentare

Seit einer Weile findet man auch im Supermarktregal immer häufiger etwas eigentümlich anmutende Nudeln, die aus Konjakwurzeln hergestellt werden und laut Packung so gut wie keine Kalorien und überhaupt keine Kohlenhydrate enthalten. Heute habe ich erstmals die Sorte „Spaghetti Style“ von Slendier getestet.

Die PR-Agentur von Slendier hatte vor einer Weile bei mir angefragt, ob ich Interesse an einem Produkttest hätte und schickte mir daraufhin ein kostenloses Testpaket mit zwei Päckchen Nudeln: einmal Spaghetti-Style und einmal Noodle-Style. Heute habe ich mich endlich einmal an die lustigen Nudeln herangetraut und möchte euch nun von meinen Eindrücken berichten.*

Bolognese aus Rinderhack, Zwiebeln, Zuchini und Tomatenmark

Ob Pasta schmeckt, steht und fällt vor allem mit der Sauce. Also fabrizierte ich heute erst einmal fix eine schöne Bolognese aus Rinderhack, Zwiebeln, Zuchini und Tomatenmark, abgelöscht und eingeköchelt mit einem Rest Rotwein von gestern Abend. Die Nudeln aus Konjakwurzel (wer mehr über dieses Gewächs erfahren will, dem sei ein Artikel in der Wikipedia empfohlen, wo die Wurzel als Frucht einer Pflanze namens Teufelszunge geführt wird) selbst erfordern überhaupt keine Vorbereitung. Sie sind vorgekocht und warten, in etwas Flüssigkeit und in eine Plastikpackung eingeschweißt, auf ihren Einsatz. Man soll sie laut Packungsanweisung lediglich in einem Sieb mit Wasser abspülen, um den „leicht fischigen Geruch“ zu vertreiben, dann in heißem Wasser kurz erwärmen und wieder abgießen.

Der fischige Geruch der Nudeln ist doch recht hartnäckig

Zum fischigen Geruch: Der ist tatsächlich auffällig, und ich weiß leider überhaupt nicht, woher dieser Geruch kommt. In dem oben genannten Wikipedia-Artikel heißt es, Konjak sei „von gelartiger Konsistenz und fast geschmacksneutral“. Hmm, nun gut. Wenn man die glibberigen Nudeln eine Weile in einem Sieb unter fließendem Wasser abspült, verflüchtigt sich der fischige Geruch deutlich. Aber vollständig ausmerzen konnte ich ihn nicht, auch nach Erhitzen der Nudeln in einem Topf mit heißem Wasser und anschließendem erneuten Abspülen konnte ich immer noch diese fischige Note erschnuppern.

Das Essen weckt Erinnerungen an Nudeln in Hipp-Babygläschen

Als ich die Bolognese über meiner Portion Slendier-Spaghetti verteilte, trat dann allerdings das Aroma der Sauce in den Vordergrund, und das war auch gut so. Geschmacklich haben die Nudeln im Grunde nichts zu bieten, sie quietschen ein wenig beim Kauen, und von der Konsistenz erinnerten sie mich an allzu weich gekochte Spaghetti wie man sie in Hipp-Babygläschen vorfindet (Mütter, die wie ich seinerzeit auch gelegentlich eine vom Kind verschmähte Gläschen-Mahlzeit fertiggegessen haben, werden wissen, was ich meine…). Für meinen Geschmack also nicht so lecker, ich mag Nudeln lieber al dente. Meine Bolognese war dafür aber vorzüglich.

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Ein ganzer Teller Nudeln, der gänzlich ohne Insulin auskommt – Respekt!

Besonders spannend war für mich natürlich die Blutzuckerwirkung. Ich hatte vor dem Essen einen Glukosewert von 82 mg/dl und verzichtete angesichts des Versprechens „0 Gramm Kohlenhydrate auf 100 Gramm“ gänzlich darauf, Insulin zu spritzen. Und tatsächlich stieg der Glukosewert im Laufe von 2 Stunden nach dem Essen nur sachte auf 124 mg/dl, was durchaus allein an der Bolognese gelegen haben kann, denn Tomate macht sich bei mir gelegentlich bemerkbar, Fett-Protein-Einheiten (FPE) natürlich auch. Das ist natürlich ein faszinierender Effekt – allerdings mit dem Wermutstropfen, dass die Mahlzeit sich weder geschmacklich, noch vom Sättigungs- oder Befriedigungsgefühl her wie eine Nudelmahlzeit anfühlte.

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Mir fehlte das Gefühl, etwas Echtes gegessen zu haben

Insofern fällt mein Fazit maximal mittelprächtig aus. Angesichts des fischigen Geruchs wäre eine Meeresfrüchte-Sauce vielleicht ein besserer Begleiter für die Konjak-Nudeln gewesen. Und auch wenn ich es natürlich zu schätzen weiß, dass meine Glukosewerte nach dem Essen nicht Achterbahn fahren (Nudeln sind für mich immer extrem schwierig zu managen), lege ich doch viel Wert auf guten Geschmack und das Gefühl, etwas Echtes gegessen zu haben. Und dieses Gefühl blieb bei den Slendier-Spaghetti für mich leider aus. Schade, es wäre aber auch zu schön gewesen, einen gänzlich kohlenhydratfreien und damit blutzuckerneutralen Nudelersatz zu haben, der auch noch toll schmeckt!

 

*Wer sich nun fragt, ob dies ein Sponsored Post oder sonstwie bezahlter Beitrag ist, dem kann ich versichern, dass für diesen Post keinerlei Geld geflossen ist. Ich mache das grundsätzlich nicht. Was ich aber sehr gern annehme, sind kostenlose Testpakete mit Produkten, für die ich mich interessiere. Was ich darüber schreibe, sind meine vom Hersteller unbeeinflussten Eindrücke.

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3 Kommentare zu “Spaghetti ohne Kalorien und ohne Kohlenhydrate – kann das schmecken?

  1. Hm, dann lass ich das lieber. Hast du schon Zoodles (Nudeln aus Zucchini) ausprobiert? Keine Zusatzstoffe, etc, kein „Nudelbauch“ und kein Fischgeruch 😉 Ich muss dann halt die Sauce berechnen, die merk ich schon.

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  2. Hast du mal BaiYe-Tofu probiert – die gibt’s bei mir im Asiashop.
    Ich habe sie gestern mal gemacht (man muss die aufeinanderpappenden Platten vor der Verarbeitung voneinander trennen und dann erst schneiden – ein Feeling wie beim Herstellen von Nudeln aus frischem Teig)
    und fand es als „Nudelsalat“ echt lecker (wenn auch mit dezent gummiartiger Konsistenz ;-)) und war danach auch gut satt.
    Ich kann mir damit auch eine Low-carb-Lasagne vorstellen.
    Getrocknete Sojanudeln darfst du ruhig auch mal testen ;-).

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