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Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Laufen im Tiefsand macht keinen Spaß! Urlaub auf Amrum dafür umso mehr…

Ein Kommentar

Am 17. September 2016 bin ich in einer Staffel beim Amrumer Insellauf gestartet. Dummerweise hatte ich genau den Streckenabschnitt erwischt, der 4,5 Kilometer durch den Tiefsand in den Dünen führte. Das war – gelinde gesagt – blöd! Aber halb so wild: Der Lauf war für mich und Christoph Auftakt für einen einwöchigen, äußerst erholsamen Urlaub auf der schönen Insel.

Seid ihr schon einmal in Laufschuhen durch Tiefsand gelaufen? Falls ihr es unbedingt probieren möchtet, ist der Amrumer Insellauf eine tolle Gelegenheit dafür. Ihr solltet euch aber darauf einstellen, dass es anstrengend wird. Und dass der Schweinehund zu Höchstform aufläuft, während ihr verzweifelt nach überhaupt irgendeiner Form sucht. So zumindest ging es mir, als ich vor drei Wochen erstmals beim Amrumer Insellauf angetreten bin.

Wir waren definitiv reif für die Insel!

Aber der Reihe nach: Mein Mann Christoph und ich waren über unseren Elmshorner Lauftreff auf dieses schöne, kleine Laufevent aufmerksam geworden.Während die anderen sich für das Wochenende im Schullandheim „Honigparadies“ in Nebel einquartierten, vor dessen Tür auch der Start und das Ziel des Laufs waren, beschlossen wir, einfach noch eine Woche Inselurlaub dranzuhängen. Nötig hatten wir eine kleine Auszeit allemal: Seit unserer Laufreise nach Andalusien im März 2016, die ich aufgrund der vielen Trainingseinheiten nicht als rundum erholsam in Erinnerung habe, waren wir überhaupt nicht weggefahren und entsprechend urlaubsreif. Wir buchten also eine Woche in einer schnuckeligen und sehr empfehlenswerten Ferienwohnung in Norddorf.

Insellauf Amrum: eine rundum gemütliche und familiäre Veranstaltung

Am Freitag, 16. September, trudelten nach und nach alle Läuferinnen und Läufer aus Elmshorn ein und meldeten sich für den Lauf an. Ich schätze, dass insgesamt wohl etwa 200 Teilehmer am Start waren – also eine rundum gemütliche und familiäre Veranstaltung. Keine elektronische Zeitmessung, dafür waren in der Startgebühr von 15 Euro ein T-Shirt und die Pastaparty bereits enthalten. Zur Wahl standen eine große Runde von 28 Kilometern, die einmal ganz um die Insel herumführte und eine halbe Runde von 14 Kilometern, die um den südlichen Teil der Insel führte. Die halbe Runde konnte auch auf drei Staffelläufer aufgeteilt werden. Bingo, eine kleine Etappe von 4,5 Kilometern erschien mir nach meinem sportlich eher unmotivierten Laufsommer genau richtig, sowas kann doch beinahe jeder aus dem Handgelenk schütteln. Doch ich sollte mich noch wundern…

Durch das Meshgewebe der Laufschuhe rieselte ununterbrochen Sand

Denn meine Etappe führte mich beinahe ununterbrochen durch Tiefsand. Kaum hatte ich am Strandübergang von Südstrand unsere erste Läuferin Ina abgelöst und war losgetrabt, merkte ich schon, dass ich nicht so recht vom Fleck kam. Ich war erst etwa 200 Meter gelaufen, da war durch das Meshgewebe an der Oberseite meiner Laufschuhe bereits so viel feiner Sand gerieselt, dass meine Schuhe sich ungefähr zwei Nummern zu klein anfühlten. Ich bemühte mich zu traben, doch bei einem Tempo von 8:30 Minuten pro Kilometer kann man eigentlich kaum noch von Traben sprechen. Dabei hatte ich vor dem Wechsel doch noch einen Läufer beobachtet, der sogar einen Kinderwagen durch den Tiefsand schob – laufenderweise selbstverständlich. Auch die anderen Läufer um mich herum schienen kaum Probleme mit der Fortbewegung zu haben. Wie machten die das bloß?

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Es ist mir ein echtes Rätsel, wie man durch diesen Tiefsand laufen und dabei auch noch einen Kinderwagen schieben kann.

Nur der Schweinehund lief zur Höchstform auf…

Ich hingegen sackte bei jedem zweiten Schritt knöcheltief in den Sand. Manchmal erwischte ich eine Stelle, die unter meinem Gewicht nicht gleich nachgab und auf der ich passabel laufen konnte. Doch meist sank ich ein. Und weil ich nie vorhersagen konnte, ob die Sandoberfläche mich tragen oder ob ich einsinken würde, musste ich notgedrungen meinen Blick immer stur nach unten richten. Von der wunderschönen Dünenlandschaft und dem traumhaften Blick über das Meer bekam ich beim Laufen herzlich wenig mit. Es war einfach ätzend. Natürlich meldete sich angesichts dieser Strapaze relativ mein Schweinehund zu Wort: „Antje, du hast die Schuhe voller Sand! So kannst du doch nicht laufen! Antje, die anderen Läufer sind längst über alle Berge, jetzt ist es sowieso egal! Warum meldest du dich auch für eine Staffel an? Ohne Staffel könntest du einfach aussteigen und den Lauf sein lassen… Überhaupt, Laufen nervt! Spazierengehen ist viel schöner!“ Und mit jedem gequälten Schritt hatte ich weniger Lust, dem Schweinehund zu widersprechen. Er hatte ja nun einmal recht!

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Die anderen Läufer waren längst über alle Berge, da musste ich notgedrungen den Traktorspuren durch den Tiefsand folgen

Lieber Sand unter den nackten Füßen spüren als in Schuhen und Socken

Irgendwann hatte ich keine Lust mehr und zog die Schuhe aus. Barfuß war ich zwar nicht schneller, aber es war immerhin angenehmer, den Sand unter den nackten Füßen zu spüren als in den Schuhen und Socken. Und natürlich ging ich vom Laufschritt ins Gehen über, was vom Tempo her auch kaum einen Unterschied ausmachte. Erst kurz vor dem Wechselpunkt konnte ich mich aufraffen, wieder ein bisschen halbherzig zu traben. Unsere dritte Staffelläuferin Martina wartete schon ungeduldig auf mich, ihr Mann Jörg kam mir auf den letzten paar hundert Metern entgegen gelaufen – offenbar hatten die beiden sich Sorgen gemacht, dass mir etwas zugestoßen sein könnte. Er nahm mir meine Schuhe ab und begleitete mich auf dem letzten Stück.

So viele Sport-KE wie sonst auf einem mindestens doppelt so langen Lauf

Nein, zugestoßen war mir nichts, sofern man eine fiese Attacke meines unbarmherzigen Schweinehundes nicht wertet. Ich war nicht verletzt, meine Glukosewerte waren okay, auch wenn man an ihnen durchaus ablesen konnte, dass der Lauf mich angestrengt hatte – ich brauchte auf den 4,5 Kilometern nämlich so viele Sport-KE wie sonst auf einem mindestens doppelt so langen Lauf. Es war mir ein bisschen peinlich, dass man sich um  mich gesorgt hatte und dass ich für diese kurze Strecke beinahe eine Dreiviertelstunde gebraucht hatte. Christoph, der sich heldenhaft für die volle Distanz entschieden hatte und von 28 Kilometern ungefähr die Hälfte durch Sand laufen musste, ging es übrigens ähnlich. Auch er war wütend auf den Sand, und beide hatten wir für den Rest des Urlaubs keine Lust, noch einmal laufen zu gehen – ob nun am Strand oder auf Asphalt.

Dafür genossen wir die letzten Spätsommertage auf der Insel für lange Spaziergänge am Strand und in den Dünen, Fahrradtouren auf der Insel und Ausflüge nach Föhr und auf die Hallig Hooge. Wir gönnten uns viel Zeit zum Lesen und gingen jeden Abend früh schlafen. All das bekam mir (und meinem Blutzucker übrigens auch) ungemein gut. Man muss wirklich nicht immer laufen! 🙂

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