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Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

In drei Wochen ist Triathlon – so langsam muss ich mich ranhalten!

2 Kommentare

In diesem Jahr bin ich mit meinem Triathlon-Training bislang noch nicht so richtig „in die Pötte gekommen“, wie man in meiner lippischen Heimat sagt. Dabei soll ich in genau drei Wochen beim Triathlon starten. Ich will zwar keine Rekorde brechen, aber zuversichtlich und gut durchkommen möchte ich schon.

Es hilft also alles nichts: Ich muss trainieren. Deshalb lautete mein Beschluss schon heute morgen vor dem Frühstück: Heute mache ich ein Koppeltraining! Also erst Radfahren und direkt im Anschluss Laufen, denn das ist schließlich die größte Herausforderung beim Triathlon: Wenn nach dem Radfahren die Beine eigentlich schon müde sind, trotzdem mit dem Laufen noch eine Runde Beinarbeit dranhängen.

Eiweißreiches Frühstück hält länger vor und hilft beim Training

Es war gut, dass ich meinen Entschluss schon vor dem Frühstück gefällt hatte, denn so konnte ich mich bei der Wahl meines Frühstücks und mit der Insulindosis bereits auf das anstehende Training einstellen. Damit ich für die zwei aufeinanderfolgenden Trainingseinheiten genug Energie tanke, die über einen längeren Zeitraum freigesetzt wird, aß ich eine ordentliche Menge Eiweiß in Form eines Omelettes mit etwas Tomate und Schinken und etwas Quark mit Obst. Dazu gab es noch eine kleine Scheibe Vollkornbrot mit Käse und einem Klecks Marmelade. Alles zusammen schätzte ich auf ca. 6 KE und spritzte vorsorglich (mit meinem üblichen Spritz-Ess-Abstand von etwa 25 Minuten) etwas weniger Insulin (5 statt 6 IE) dafür, damit mein Glukosewert zum Trainingsbeginn ausreichend hoch sein würde.

180 – 112 – 107 – 137 – 118: Meine Zuckerwerte während der 2 Stunden Training

Nach dem Frühstück wartete ich  etwa drei Stunden, in denen mein Zucker schön gemütlich bis auf 180 mg/dl hochkletterte und dort stehenblieb. Ich füllte mir Saftschorle (ca. 1,5 bs 2 KE) in meine Trinkflasche, packte Traubenzucker in meine Fahrradtasche, verstaute das Libre-Lesegerät und mein Telefon in den Rückentaschen meines Radtrikots – und los ging es. Insgesamt radelte ich 30 Kilometer am Elmshorner Krückaudeich entlang, eine wirklich schöne Radstrecke, auf der ich immer wieder gern unterwegs bin. Nach etwa 14 Kilometern zeigte das Libre-Lesegerät mir einen Glukosewert von 112 mit stark sinkender Tendenz an, also nahm ich einen kräftigen Schluck aus meiner Saftschorlen-Pulle und spülte auch noch ein Plättchen Traubenzucker damit runter. Im weiteren Verlauf meiner Radausfahrt hatte ich Glukosewerte zwischen 107 und 137, also völlig in Ordnung. Nach 30 Kilometern Radeln lag mein Zucker bei 107 mg/dl. Ich verstaute das Rennrad schnell in der Garage, nahm den Fahrradhelm ab, trank den letzten Rest Saftschorle und machte mich auf zu meiner 5-Kilometer-Laufrunde.

Psychofalle: Nach dem Radfahren fühlt sich Laufen unendlich langsam an

Das Laufen fiel mir erstaunlich leicht – dafür, dass ich in diesem Jahr noch kein einziges Mal Koppeltraining gemacht hatte und normalerweise dann die Beine erst einmal streiken und dem Gehirn melden: „Stop, Fehler, wir haben gerade schon gearbeitet! Nicht nochmal!“ Es kam mir zwar vor, als sei ich extrem langsam unterwegs, doch ich weiß mittlerweile, dass es sich dabei um einen kleinen Streich der Psyche handelt. Schließlich ist man gerade erst vom Rad abgestiegen und hat noch ein ganz anderes Empfinden für Geschwindigkeit. Auf dem Rennrad ist man schnell unterwegs, die Landschaft rauscht vorbei, man spürt den Fahrtwind… Unmittelbar nach dem Radfahren fühlt sich Laufen deshalb (vom physischen Empfinden einmal ganz abgesehen) einfach so an, als trete man auf der Stelle und komme nicht vom Fleck. Ist aber ein Trugschluss, es geht sehr wohl voran, das muss man sich nur immer wieder selbst glaubhaft versichern. Triathlon erfordert ja nicht nur körperliches, sondern auch mentales Training…

Ich schaffe es nicht, meinem Schweinehund Paroli zu bieten

Auf halber Strecke meiner 5-Kilometer-Hausrunde erwischte mich allerdings der gute alte Schweinehund. Er fand, es sei doch recht warm und ich hätte mir doch schon zur Genüge bewiesen, dass mir das Laufen nach dem Radfahren keine sonderlichen Probleme bereitet. Warum also nicht eine kleine Gehpause einlegen? Tja, mein größter Feind beim Sport ist tatsächlich nicht mein Diabetes, sondern mein Schweinehund. Es gelingt mir zu selten, ihm wirklich Paroli zu bieten. Also verlegte ich mich für ein paar hundert Meter vom Traben aufs Gehen und legte erst die letzten 1,5 Kilometer wieder im Lauftempo zurück. Mein Glukosewert nach beiden Trainingseinheiten: 118 mg/dl, Bingo, immerhin beim Diabetesmanagement hatte heute ICH die Fäden in der Hand. Und bin insgesamt trotz meines leichten Einknickens vor dem Schweinehund doch sehr zufrieden mit dem heutigen Training.

 

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2 Kommentare zu “In drei Wochen ist Triathlon – so langsam muss ich mich ranhalten!

  1. Einfach wow!! Ich bewundere dich, wie du das alles wuppst und drücke dir kräftigst die Daumen für deinen tria!!!! 💗👏🏻🏆

    LG,
    Beate

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  2. Danke schön!! Muss noch ein paar solche Einheiten schieben, am besten auch eine komplette Generalprobe, dann löpt das… 🤗

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