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Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Mal spinnt er, mal nimmt er nix krumm: Mein Blutzucker…

6 Kommentare

Ein Brötchen, die eine Hälfte mit Serranoschinken und Ei belegt, die andere Hälfte mit Käse und Marmelade. Dazu ein Smoothie aus Spinat und etwas Birnensaft. Typische Wochenendfrühstück. Blutzuckerverlauf? Untypisch. Danach Food Truck Festival mit etlichen ungewohnten Gerichten – und Ebbe in der Insulinpatrone. Blutzuckerverlauf? Völlig ungerührt.

Man sollte ja meinen, nach über 6 Jahren mit Typ-1-Diabetes habe man so halbwegs durchschaut, wie der Blutzucker wann und warum tickt. Ist aber nicht so. Dafür ist mein Tagesprofil vom vergangenen Samstag ein tolles Beispiel. Der Tag fing mit einem gemütlichen Frühstück an, wie ich es am Wochenende oft zu mir nehme: ein Brötchen, die eine Hälfte mit Serranoschinken und Ei belegt, die andere Hälfte mit Käse und Marmelade. Dazu ein Smoothie aus Spinat und etwas Birnensaft. Unzählige Male erfolgreich mit 6 KE geschätzt, den Glukoseanstieg mit einem Spritz-Ess-Abstand von 25 Minuten auch prima austariert. Ich habe keine Ahnung, was am Samstag anders gewesen sein soll – jedenfalls schoss der Wert nach dem Frühstück steil nach oben: über 280 mg/dl zeigte mir das Libre-Lesegerät kurzfristig an. Solche Werte sind bei mir die absolute Ausnahme, eine Erklärung habe ich für die krasse Spitze nach dem Frühstück nicht. „Na das kann ja heiter werden heute“, dachte ich mir und hatte ein etwas mulmiges Gefühl, als mein Mann und ich nach dem Einkaufen zum 1. Elmshorner Food Truck Festival fuhren. Da gab es nämlich jede Menge exotische Sachen zu futtern, deren Kohlenhydratanteil man im Vorfeld ziemlich schwer abschätzen kann. Und ich hatte Lust, ein paar davon zu probieren.

Wie berechnet man Maisfladen, Kochbananen und schwarze Bohnen?

Ich wurde einmal am Subu-Stand schwach (Subu steht für Sushi-Burrito) und aß eine Portion Subu Teriyaki, die ich auf 5 KE schätzte und für die ich (weil mein KE-Faktor mit 1 praktischerweise so schön einfach zu rechnen ist) 5 IE spritzte. Direkt nebenan gab es einen Food Truck mit Mini-Burgern aus Südamerika, kleine Maisfladen, lecker gefüllt mit schwarzen Bohnen und gegrillten Kochbananen. Ich war mir unsicher, was ich dafür spritzen sollte – alle drei Zutaten gehören für mich definitiv nicht zu den Standardzutaten meines Essens. Aber 4 KE hätte ich für die beiden schmackhaften kleinen Burger insgesamt schon angesetzt. Als ich meinen Insulinpen entsprechend aufziehen wollte, war dummerweise nach 2 IE Schluss: Ampulle leer. Mist. Also spritzte ich 2 IE, hoffte das beste und beschloss, zu Hause fix die Patrone zu wechseln und das Desaster zu korrigieren. „Die Tageskurve ist wegen des Frühstücks sowieso schon versaut, dann ist es eh egal.“ Ihr kennt solche Gedanken vielleicht… Und weil es ohnehin schon egal war und ich mit einem erneuten heftigen Ausreißer nach oben rechte, genehmigte ich mir gleich auch noch ein Eis: 2 Kugeln, Mango und Johannisbeere, in der Waffel an einem kleinen Eisstand. Je Kugel 1 KE, dazu die Waffel… also noch einmal 3 KE.

Doch als hätte sich mein Blutzucker die übertriebene Spitze nach dem Frühstück zu Herzen genommen, blieb er von diesen vielen Extra-KE ohne Insulin gänzlich unbeeindruckt, wie man am Kurvenverlauf des Nachmittags sehen kann. Das war für mich mindestens ebenso überraschend wie die unerklärliche Spitze nach dem Frühstück. Es ist halt ein komischer und manchmal etwas launischer Begleiter, dieser Diabetes…

IMG_6925.jpg

Die Spitze, die das Lesegerät nach dem Frühstück anzeigte, hätte ich eigentlich für den Nachmittag beim Food Truck Festival erwartet… doch da blieb der Zucker trotz leerer Insulinampulle überraschend brav…

 

 

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6 Kommentare zu “Mal spinnt er, mal nimmt er nix krumm: Mein Blutzucker…

  1. Ich glaube, es hängt auch mit der Bewegung zusammen, die die insulinwirkung ja unterstütz.
    Bei so einem Food Truck bekommt man das essen ja nicht an einen Tisch geliefert, sondern ist auch viel auf den Beinen…

    Ich stelle fest, dass meine Werte an bewegungsreichen Tagen (Wochenende) durchgehend besser sind, als wenn ich in der Arbeit bin und viel sitze (Bürotante).

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  2. Grundsätzlich gebe ich dir recht. Bewegung verbesser die INsulinwirkung. Damit bei mir 5KE, für die ich kein Insulin gespritzt habe, einfach so verpuffen, muss ich allerdings normalerweise 2 Stunden Rennrad fahren oder laufen. Aber es war wohl kein normaler Tag… 😉

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  3. Melde mich heute einmal zu diesen großen Märtyrer Thema Diabetes. Bin Diabetiker seit ca. 15 Jahren, kenne also dieses leidige Thema. Leider muss ich feststellen, dass sich die Kommentare mit Mitleid überschütten. Aber vielleicht sollten Alle mal auf die Grund Ernährung zurück kommen. Denn nicht jeder Diabetiker kann sich Serrano Schinken leisten, und wenn, ist es meist Wohlstands Angeberei und somit keine Diabetes auf der Basis der breiten Masse. Denn all Jene, die diesen Typ Diabetes haben sind geprägt von der Sucht des Wohlstandes. Sie müssten nur , richtigerweise mit mehr Bewegung und innere Akzeptanz zeigen, ein Leben mit den in der Region sich bietenden Lebensmitteln aneignen. Ich für meinen Teil habe es mit dieser Therapie geschafft:
    1.) Gewichtsabnahme
    2.] Immer gleich bleibende 5 – 7 Mahlzeiten pro Tag, Motto=weniger aber öfters
    3.) Letzte Mahlzeit spätestens 18 Uhr, ab 13 Uhr kein Obst oder Kohlenhydrate
    4.) Alle wichtigen Utensilien schwer erreichbar lagern
    5.) In die Spaziergänge spontane Richtungswechsel einbauen.
    Ich erreichte damit Gewichtsreduzierung (von 158 Kg auf 106 Kg), Lang Zeit Blutzucker Wert von 300 mg aus 130-150, von zweimal tägl. Insulin auf null Insulin
    Mein Motto – Wir Diabetiker sind eigentlich die gesünderen Menschen, da wir so essen und uns so bewegen, wie es sein sollte. Denn Diabetes ist eine Verhaltens Fehler, den der Körper mit Abwehrmechanismen aus zu gleichen versucht.

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    • Hallo Heinz, ein interessanter Kommentar, den ich aber leider nur etwa zur Hälfte verstehe. Ich esse meinen Serranoschinken, weil er mir schmeckt, nicht weil ich damit angeben möchte. Mein Typ-1-Diabetes ist auch keine Folge von „Sucht des Wohlstands“ (was auch immer das sein mag), sondern eine Autoimmunerkrankung. Ich bin nicht übergewichtig und sportlich sehr aktiv. 5-7 Mahlzeiten am Tag werden längst nicht mehr empfohlen um den Blutzucker auf einem gesunden Niveau zu halten. Meine wichtigen Utensilien (Messgerät, Insulinpen etc.) lagere ich gern greifbar und habe sie auch immer in der Handtasche dabei, alles andere wäre für mich auch fahrlässig. Ich gebe dir allerdings recht, dass wir Diabetiker (oft! nicht immer!) die eigentlich gesünderen Menschen sind (oder zumindest sein könnten), weil wir an unserem Zucker immer gleich sehen, wenn wir mal Mist gemacht haben. Ansonsten aber bitte Typ-2-Diabetes udn Typ-1-Diabetes nicht verwechseln. Danke! 🙂

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  4. Mmmhm. Sieht das Essen lecker aus 🙂 Umso schöner, dass die Berechnung warum auch immer geklappt hat. Vielleicht mehr Kochbananen, Maisfladen und schwarze Bohnen für alle? 😛

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