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Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Unverhofft kommt oft: Vorfußlaufen auf dem Laufband

5 Kommentare

Bei schönstem Wetter im Fitnessstudio aufs Laufband? Total daneben, sehe ich auch so. Habe ich vorgestern trotzdem gemacht – und dabei unverhofft das Vorfußlaufen trainiert. Dafür werde ich noch immer mit einem wundervollen Muskelkater in den Waden belohnt.

Es ist ja so, wie es nun mal ist. Ich komme oft erst auf den letzten Drücker aus dem Quark. So auch vogestern, als ich mir vorgenommen hatte, endlich mal wieder vormittags den „CX Works“-Kurs (30 Minuten supereffektives Rumpftraining) in meinem Fitnessstudio zu besuchen. Eigentlich war ich ganz gut in der Zeit. Doch dann klingelte das Telefon. Dann war die Sporttasche komischerweise doch noch nicht gepackt. Ich betrat das Fitnessstudio exakt um 10:30 Uhr, also zum Kursbeginn. Am Eingang stellte ich fest, dass ich meine Mitgliedskarte vergessen habe. Zum Glück ließ man mich nach einem Blick in die Mitgliederdatei auch ohne Karte hinein, puh. Die Karte steckte noch in meinem anderen Rucksack, den ich bei meinem letzten Besuch im Fitnessstudio benutzt hatte. Und Mist, da steckte auch das Vorhängeschloss für das Schließfach. Wieder an die Rezeption gesprintet und um ein Schloss gebeten. Geht alles, allerdings nur gegen Pfand. Husch in die Umkleide zu meinen Sachen, den Autoschlüssel hervorgekramt. Lange Rede, kurzer Sinn: Als ich endlich fertig umgezogen war und meine Sachen verstaut hatte, war mein Killer-Rumpftrainings-Kurs längst in vollem Gange.

Laufen ohne Dämpfung – geht das eigentlich?

Na gut, also ab an die Geräte, vorher ein bisschen warmlaufen auf dem Laufband. Allerdings trug ich meine Five-Fingers-„Schuhe“, weil die für Kurse, in denen man sich auch mal auf der Matte zusammenfalten muss, deutlich bequemer zu tragen sind als feste Sportschuhe. Na für ein kleines Warmlaufen auf dem Laufband sollte das doch auch mal gehen, oder? Es gibt schließlich Leute, die schwören sogar für Marathons auf das Barfußlaufen ohne jegliche Dämpfung. Ich hüpfte also aufs Laufband – wohl wissend, dass es eigentlich total Panne ist, im Sommer bei schönstem Wetter drinnen im Fitnessstudio zu laufen. Egal, ich wollte ja nur den entgangenen Kurs kompensieren.

Das Sprunggelenk als natürliche Federung

Für alle, die sich noch nie mit Barfußlaufen beschäftigt haben: Man läuft ohne Schuhe (oder nur mit gummierten Zehensocken wie den Five Fingers) ganz anders als mit klassischen gedämpften Laufschuhen. Mit normalen Schuhen treten mit meisten Menschen mit dem Mittelfuß auf, das geht auch mir so. Barfuß hingegen setzt man ganz unwillkürlich zuerst den Vorfuß auf und rollt ihn dann zum Mittelfuß ab. Verfechter des Vorfußlaufens argumentieren, dass dies der ursprünglichste und auch gelenkschonenste Laufstil ist. Schließlich kommt mit dem Sprunggelenk quasi eine natürliche Dämpfung zum Einsatz, die den Stoß in Richtung Knie- und Hüftgelenke abfedert. Außerdem macht Vorfußlaufen angeblich sauschnell. Die Marathon-Weltelite besteht ausschließlich aus Vorfußläufern. In einer älteren Ausgabe der Runners World habe ich ein paar Pros und Contras zum Vorfußlaufen gefunden.

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Vorfußlaufen fühlt sich überraschend angenehm und mühelos an!

Ich habe vorgestern also 2 Kilometer auf dem Laufband mit diesem Laufstil zurückgelegt. Es ist tatsächlich so: Ohne feste Schuhe setzte ich ganz von allein, ohne dass ich darüber nachdenken musste, zuerst den Vorfuß auf. Das fühlte sich überraschend angenehm und mühelos an. Ich konnte das Laufband sogar auf eine deutlich höhere Geschwindigkeit als sonst einstellen: In freier Wildbahn mit Schuhen laufe ich meist eine gemütliche 7:00er Pace (also etwa 8,3 km/h), mit den Five Fingers auf dem Laufband kam ich problemlos auf eine 6:00er Pace (also 10 km/h) – und zwar ohne dass mir mein Puls davonraste. Das war also wirklich eine sehr interessante Erkenntnis. Nach allem, was mir mein Mann Christoph (der schon einmal in freier Wildbahn und mit Schuhen versucht hatte, auf’s Vorfußlaufen umzusteigen) dazu erzählt hatte, ist es nicht leicht, seinen Laufstil zu verändern. Doch mit meiner unverhofft getesteten Methode klappt es wunderbar! Das Laufband fährt eine konstante Geschwindigkeit, ich muss nicht auf einen unebenen Untergrund wie im Wald oder auf der Straße achtgeben, ich kann mich voll und ganz auf meine Lauftechnik konzentrieren. Wobei noch nicht einmal volle Konzentration erforderlich wäre, weil die Füße es ganz von selbst kapieren, wie sie unter diesen Umständen laufen sollen.

Leichtfüßig und schnell wie eine Gazelle neue Bestzeiten knacken…

Ich war begeistert. Sah mich schon neue Bestzeiten knacken, elegant wie eine Gazelle an allen Laufkollegen vorbeisprinten, alles wegen meines neuen Laufstils. Was für unentdeckte Talente doch manchmal in einem schlummern, die man allein dank ein bisschen Trödelei freisetzt… Okay, man wird ja mal träumen dürfen. Was mich wieder auf den Boden der Realität zurückholte, war der Muskelkater in den Waden, der mich seit gestern mit steigender Intensität begleitet. Denn das Vorfußlaufen beansprucht die Muskulatur ganz anders als das klassische Mittelfußlaufen. Schon läppische 2 Kilometer entpuppten sich als echter Killer.

Gazelle

Was ich aus der Sache also lerne? Manchmal ist es eben nicht der Blutzucker, der dafür sorgt, dass das sportliche Training ganz anders verläuft als geplant. Sondern vor allem das eigene Zeit- und Schuhmanagement (und nicht zu vergessen: ein paar empörte Wadenmuskeln, die wegen der ungewohnten Belastung schmollen und streiken).

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5 Kommentare zu “Unverhofft kommt oft: Vorfußlaufen auf dem Laufband

  1. Pingback: Same procedure as every year: Generalprobe für den Triathlon | Süß, happy und fit

  2. Sehe immer wieder mal Leute mit den Dingern herum laufen. Sieht zwar ungewöhnlich aus aber würde ich auch mal gerne ausprobieren 😀

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  3. Ich habe jetzt auch solche „Schuhe“ mir zugelegt. Es ist zwar etwas komisch anfangs aber ich habe mich daran gewöhnt.

    Grüße Paula

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  4. Hallo, die Idee glaub ich stammt doch ursprünlich von diesem Dr Strunz (dem Lauf – und Marathondoktor).. ich hab das damals probiert muss aber gestehen, dass ich wieder davon abgekommen bin weil es eine total komische und unnatürliche Bewegungsart beim Laufen war. Mir haben danch die Füße geschmerzt und hab ne Entzündung in den Knien bekommen. seither lauf ich wieder „normal“

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