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Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Essential Nutrition: Zuckerfreie Schoki und Zauberpulver mit viel Eiweiß

Ein Kommentar

Vor einer Weile erhielt ich von der Firma Essential Nutrition das Angebot, ihr Produktsortiment zu testen. Es umfasst diverse Eiweißshakes und Eiweißpülverchen, Zuckerersatzstoffe für Süßspeisen, zuckerfreies Kakaopulver und (das war dann das entscheidende Argument, dem Test zuzustimmen) zuckerfreie Schokolade. Hier nun mein Testbericht, nachdem ich mich ein wenig durch das Sortiment probiert habe.

Eigentlich habe ich für Eiweißshakes im Alltag wenig Verwendung. Ich nutze manchmal ein paar Löffelchen Eiweißpulver, wenn ich einen Pfannkuchenteig anrühre, den Teig etwas sämiger haben und Mehl einsparen möchte. Auch in etlichen Rezepten aus der Low-Carb-Ecke (z. B. von Betti mit ihrem Rezeptblog Happycarb.de), die ich ganz gern mal nachkoche, steht Eiweißpulver auf der Zutatenliste. Also habe ich gern immer eine Dose Eiweißpulver im Haus, die dann aber in der Regel eeeeeeewig lange hält. Als mich neulich eine Mitarbeiterin der Firma Essential Nutrition kontaktierte und mich fragte, ob ich Interesse an einem Testpaket (und natürlich einem nachfolgenden Blogbeitrag mit einem Testbericht) hätte, war ich erst ein wenig skeptisch: Ob ich wohl eine qualifizierte Kandidatin bin, um Eiweißshakes zu testen? Doch sie überzeugte mich dann mit der Info, dass auch zuckerfreie Schokolade zu ihrem Sortiment zählt – und dass ich natürlich auch davon einige Tafeln ausprobieren könnte. Bingo, damit kriegt man mich natürlich. Und was Schokolade angeht, bin ich auch hervorragend qualifiziert. Es gibt nur wenige neue Sorten, die meiner Aufmerksamkeit entgehen. Was zuckerfreie Alternativen zu normaler Schokolade, angeht, konnte mich bislang nichts richtig überzeugen: Meist fühlt sich das Zeug an wie Presspappe, die am Gaumen klebt anstatt geschmeidig zu zergehen. Dann lieber hochprozentige Schokolade (wenn es zuckerarm zugehen soll) oder eben doch das konventionelle Original (wenn es eben der echte Schokoladeneffekt sein soll). Ja, wenn es um Schokolade geht, bin ich eine qualifizierte, wenn auch überaus kritische Testerin. Quasi der Joachim Llambi der Schokoladenfreunde.

Herrenabteilung Drogerie? Nein, Carepaket von Essential Nutrition!

Es dauerte nicht lang, da traf ein großes Paket bei mir ein. Darin fand ich jede Menge Artikel, alle in tiefschwarzem Design, so dass ich zunächst dachte, ich sei in der Herrenabteilung der Drogerie (ihr wisst schon: Axe, für das Beste im Mann!) gelandet. Ein schwarzer Shaker, etliche kleine Tafeln Schokolade, ein paar Tütchen mit je einer Portion Eiweißshake, große Dosen mit verschiedenen Eiweiß- und Ballaststoffpulvern, eine große Dose Süßungsmittel zum Kochen und Backen, ein kleiner Karton mit Süßmitteltütchen (für Kaffee, Tee etc.). Wow, da meinte es aber jemand wirklich gut mit mir! Das ist wirklich beinahe das vollständige Sortiment. Dazu außerdem eine KE/BE-Tabelle (danke für’s Mitdenken! Ein Herz für Diabetiker!), ein Heft mit allgemeinen Infos zu den Gefahren von Zucker sowie etliche Infoblätter zu den einzelnen Produkten (alles auf Englisch).

Hier nun meine Eindrücke von den Produkten selbst:

Das Wichtigste natürlich zuerst, die Schokolade. Chocolift schmeckt überraschend lecker. Nicht ganz so zartschmelzend wie Lindt- oder andere gute Schokolade, aber definitiv kein Material, das am Gaumen klebt und sich nur chirurgisch lösen lässt. Nein, richtig lecker und schokoladig. Die Nährwertangaben (klar, wohin schauen Diabetiker wohl zuerst? Nicht auf den Po, nicht in die Augen, sondern in die Nährwerttbelle!) sind auf den ersten Blick ein bisschen verwirrend, denn hier werden Prozent- und Gramm-Angaben munter gemischt. Der Kakaoanteil liegt bei 38%, außerdem sind 8,2 Gramm Protein enthalten. Man weiß leider nicht unmittelbar, ob sich diese Menge auf die üblichen 100 Gramm Referenzgewicht oder auf den Packungsinhalt von 40 Gramm beziehen. Erst der Blick auf den im Paket beigelegten Infozettel verrät: Auf 100 Gramm sind es 21 Gramm Protein (aus Molken-Proteinisolat), die 8,2 Gramm beziehen sich also auf einen Riegel von 40 Gramm. Man hätte also ebenso „21% Protein“ schreiben können. Pro 100 Gramm sind zwar 39 Gramm Kohlenhydrate enthalten, allerdings sind davon 31 Gramm Polyole (Zuckeralkohle), die sich nicht auf den Blutzucker auswirken. Wirklich wahr: Ich esse 40 Gramm Schokolade und meinen Zucker juckt es null, zero, nada. Einziger Haken an Chocolift: 3,50 Euro für eine Tafel mit 40 Gramm sind echt happig.

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Mit Sweetlift Cook habe ich einen Pfannkuchen gesüßt, den ich ansonsten wie gewohnt mit 2 Eiern, Milch und ein paar Löffeln Mandelmehl zubereitet und in Kokosöl angebraten habe. Ich konnte es natürlich nicht lassen, meinen Finger einmal in das Zeug zu tunken, das etwas feinrieseliger (um nicht zu sagen staubiger) als normaler Raffinadezucker erscheint. Allerdings schmeckt dieser Zuckeraustauschstoff pur ziemlich grauslich. Da kommt dann doch das Stevia durch, das mich persönlich aufgrund seines komischen metallischen Nachgeschmacks nicht überzeugen kann. Allerdings sind neben Stevia auch Polyole und Thaumatin (ein mir bislang noch nicht bekannter Zuckeraustauschstoff) enthalten. Mein Pfannkuchen selbst schmeckte ein klein wenig angebrannt (was aber nicht an Sweetlift Cook lag, sondern daran, dass ich beim Kochen nebenbei auf Facebook herumgedaddelt habe… ein Foto meines Werks erspare ich euch deshalb lieber), vom pur so aufdringlichen Steviageschmack war bei meinem Pfannkuchen im fertigen Zustand jedenfalls nichts mehr zu schmecken. Auch beim Backen funktioniert Sweetlift Cook prima. Ich habe es dafür genutzt, einen Frei-nach-Schnauze-Mohn-Aprikosen-Kuchen zu backen. Bitte nicht nach dem Rezept fragen, ich habe (ganz grob gesprochen) einen Rührteig aus Mandel- und Dinkelmehl, Eiern, Butter und Sweetlift Cook sowie etwas Backpulver gemacht, mit Mohn gemischt, Aprikosen reingedrückt und den Kuchen gebacken. Lecker. Auch hier kein metallischer Steviageschmack, sondern angenehme Süße. Daumen hoch also für Sweetlift Cook! Man sollte von Sweetlift Cook nur halb so viel verwenden wie von Zucker, weil das Zeug etwa die doppelte Süßkraft von Zucker besitzt. Es ist also relativ sparsam im Verbrauch – den Preis von 12,90 Euro für eine Dose mit 300 Gramm finde ich trotzdem recht stolz – zumal man von meinem bis dato bevorzugten Zuckeraustauschstoff Tagatesse bei vergleichbarer Ergiebigkeit „nur“ 6,66 Euro für 500 Gramm zahlt.

Bleiben also die diversen Eiweiß- und sonstigen Zauberpulver (Veggie Protein, Acai Whey, Cacao Whey, Vanilla Whey, BCAAlift, Fiberlift) und und das zuckerfreie Kakaopulver ChocoKids. Letzteres habe ich bislang noch nicht getestet, es kamen noch keine kakaohungrigen Kinder zu Besuch. Ich bin kein Freund von Eiweißshakes, und das zeigte sich halt auch beim Testen der diversen Shakes aus meinem Testpaket. Manche Leute kommen ja gut damit klar, mal einen Shake als Ersatz für eine Mahlzeit zu trinken. Vielen gelingt es auch, mit solchen Mahlzeitersatz-Shakes abzunehmen. Mich hingegen machen Shakes weder satt, noch glücklich. Die bei Shakes üblichen Geschmacksrichtungen Schoko, Vanille, Erdbeer finde ich schon nach kürzester Zeit fade (wirklich echt schmecken sie ohnehin nicht), die Konsistenz im Mund mehlig-labberig. Das ging mir bislang bei jedem Shake so, den ich gemäß Packungsbeilage zubereitet und verzehrt habe, und das war auch bei den Shakes von Essential Nutrition nicht anders. Bei ihnen kam allerdings noch hinzu, dass sich in dieser Darreichungsform eben doch das enthaltene Stevia mit seinem unangenehm metallischen Nachgeschmack etwas bemerkbar macht. Insofern werde ich mit diesen Pülverchen nicht glücklich.

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Ich setzte daher ein wenig Hoffnung auf meinen Mann Christoph, der zurzeit sehr viel Sport treibt und vielleicht das eine oder andere Pülverchen zum Muskelaufbau und zur Regeneration gebrauchen könnte. Er mixte sich dann auch brav einen Shake aus Acai Whey, als er gerade vom anstrengenden Schwimmtraining kam. Dafür nutzte Christoph den mitgelieferten schwarzen Shaker. Leider ist die Skalierung außen aufgezeichnet, so dass man beim Einfüllen drinnen nicht erkennen kann, wieviel Wasser man schon eingefüllt hat. Er maß dann pi mal Daumen 200 ml ab und gab 2 Dosierlöffel des lilafarbenen Pulvers dazu. Nach ein paarmal Schütteln füllte er eine graulilafarbene Flüssigkeit in sein Glas, die ehrlich gesagt nicht wahnsinnig appetitlich aussah. Leider konnte der Shake ihn auch geschmacklich überhaupt nicht überzeugen und er weigerte sich, das Glas leerzutrinken. Ich probierte auch einen Schluck und fand den Obstgeschmack ziemlich künstlich. Was wir nun damit machen? Mal sehen. Vielleicht kann man das Pulver irgendwann einmal beim Backen von Heidelbeermuffins verwenden? Da würde der Geschmack möglicherweise nicht ganz so sehr stören.

Und was die anderen Pülverchen (BCAAlift und Fiberlift) angeht, so werde ich sicher noch eine Weile skeptisch um die Dosen herumschleichen und nicht so recht wissen, was ich damit anfangen soll. Die Kurzbeschreibung von BCAAlift liest sich recht kryptisch, bis man zu dem entscheidenden Triggerwort „Muskelaufbau“ gelangt. Nun treibe ich zwar gern Sport, bin dabei aber nicht wirklich exzessiv, bin also kein Pumper mit Killerbizeps (und möchte es auch nicht werden!). Eine normale ausgewogene Ernährung mit ausreichend viel Eiweiß aus Eiern, Milchprodukten, Fleisch und Fisch finde ich für mich also sinnvoller als ein Pulver, das ich in Wasser auflöse und nach dem Training auf ex trinke. Ähnlich ist meine Haltung zu Ballaststoffen in Pulverform (Fiberlift). Wenn ich täglich Gemüse und andere ballaststoffreiche Nahrung verzehre (und das mache ich durchaus), dann habe ich meiner Meinung nach keinen Bedarf an Ballaststoffen in Pulverform.

 

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Positiv fällt mir also auf: Die Schokolade schmeckt überraschend gut und verhält sich tatsächlich vollkommen blutzuckerneutral. Die verwendete Mischung verschiedener Zuckeraustauschstoffe schmeckt (zumindest bei der Verwendung in gegarten Speisen) angenehm süß und nicht aufdringlich nach Stevia (was ich persönlich nicht sonderlich mag).

Verbesserungswürdig finde ich: Die Mengen- und Nährwertangaben sollten meiner Meinung nach bei allen Produkten noch einmal so überarbeitet werden, dass man auf einen Blick genau sieht, welche Angabe sich auf 100 Gramm und welche sich auf eine Portions- oder Verpackungseinheit bezieht.

Mein Fazit: Ich bin dankbar für die Gelegenheit, die Produkte von Essential Nutrition zu testen. Ob ich die Produkte im Alltag kaufen werde, wage ich zu bezweifeln. Denn ich mag (u. a. auch aus Kostengründen) lieber echte Schokolade essen – dann halt eher etwas weniger und dafür mit unverfälschtem Genuss (von unvorhersehbaren Snaccidents natürlich abgesehen). Und für die paar Male im Jahr, in denen ein Rezept Eiweißpulver verlangt, tut es aus meiner Sicht (Asche auf mein Haupt) auch ein kostengünstiges Eiweißpulver aus der Drogerie.

Das Testpaket wurde mir vom Hersteller Essential Nutrition kostenlos zur Verfügung gestellt. Dieser Blogbeitrag spiegelt meine eigene, vom Hersteller unbeeinflusste Meinung wider.

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Ein Kommentar zu “Essential Nutrition: Zuckerfreie Schoki und Zauberpulver mit viel Eiweiß

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