Süß, happy und fit

Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Fitbittersweet: Neues aus meinem Leben mit dem Schrittzähler

2 Kommentare

Mittlerweile sind beinahe drei Monate vergangen, seit ich das erste Mal den Aktivitätstracker Fitbit um mein Handgelenk geschnallt habe. Derzeit bringe ich es auf durchschnittlich 11.000 Schritte pro Tag. Wobei ein paar kleine Tricks im Alltag helfen.

März, April, Mai. So lange trage ich am Arm nun regelmäßig einen Aktivitätstracker namens Fitbit. Zeit für ein kleines Update, finde ich. Erst einmal ein paar Zahlen: Ich habe inzwischen 15 Fitbit-Freunde, mit denen ich Wettkämpfe („Wer schafft die meisten Schritte am Wochenende / in der Arbeitswoche / am Tag?“) bestreite und mich wechselseitig anfeuere. Im Schnitt bringe ich es derzeit auf 11.000 Schritte am Tag, und (eine kleine Feinheit, die ich vor einer Weile entdeckt habe) ich achte darauf, in jeder Stunde des Tages möglichst mindestens 250 Schritte zu bewegen. Das gelingt je nach Arbeitsbelastung in etwa 9 Stunden zwischen 8 und 21 Uhr. Vor 8 und nach 21 Uhr gestatte ich mir dann aber tatsächlich totale Bewegungslosigkeit.

Selbst täglicher Sport kann stundenlanges Sitzen nicht wettmachen

Diese neue Facette ist tatsächlich recht interessant. Denn seit einer Weile weiß man ja, dass stundenlanges Sitzen pures Gift für den Körper ist. Laut der Studie „Beweg dich, Deutschland“ der Techniker Krankenkasse gibt es sogar bei den sportlich Aktiven in diesem Lande im Alltag nur kurze Aktivphasen von 30 bis 60 Minuten am Tag, dafür sitzen sie im Schnitt 6,5 Stunden pro Tag – jeder Fünfte hockt täglich sogar neun Stunden und mehr auf dem Stuhl oder Sessel. Die Schäden, die ununterbrochenes Sitzen dem Körper zufügt, lassen sich aber nicht einmal durch täglichen Sport kompensieren – zumindest wenn man dem kanadischen Herzspezialisten David Alter Glauben schenken mag, der Anfang 2015 durch eine Titelgeschichte in der Wochenzeitschrift „Stern“ für Aufsehen sorgte (der Artikel selbst ist leider nicht im Online-Archiv verfügbar). Das ist jedenfalls ein Typ, der statt eines Bürostuhls ein Laufband vor seinem Schreibtisch stehen hat und Meetings gern mit einem Team-Spaziergang verbindet.

250 Schritte pro Stunde = aktive Stunde = gut gemacht

Aus diesem Grund kann man mit dem Fitbit nicht nur die Gesamtschrittzahl eines Tages überwachen, sondern auch kontrollieren, ob man sich über den Tag verteilt ausreichend bewegt. Vorgeschlagen wird ein Wert von 250 Schritten pro Stunde, für jede derart aktive Stunde gibt es ein kleines Fleißpünktchen im Display. Außerdem zeigt die App an, wie lang die längste Phase des physischen Stillstands heute war. Seit ich also neben den Schritten auch die aktiven Stunden zähle, habe ich mir zum Beispiel angewöhnt, ins Badezimmer im Obergeschoss zu gehen, wenn ich im Laufe des Arbeitstages auf die Toilette muss. Beim Zähneputzen gehe ich zwischen Bad und Schlafzimmer auf und ab. Außerdem stehe ich inzwischen beinahe reflexartig auf, wenn das Telefon klingelt – bei den meisten Telefonaten kann man nämlich prima im Raum auf- und abgehen und seinem Körper eine kleine Pause vom vielen Sitzen gönnen. Außerdem bin ich inzwischen immer sehr dienstbeflissen, wenn meinem Mann oder mir beim Essen auffällt, dass z. B. noch Besteck oder Gläser auf dem Tisch fehlen: „Meine Schritte!“, schreie ich dann und trabe los um die fehlenden Sachen aus der Küche (oder noch besser: aus dem Keller!) zu holen. Fakt ist trotzdem, dass ich es in der Regel nur schaffe, täglich 10.000 Schritte zu gehen, wenn ich Sport treibe oder bewusst Auto und Fahrrad stehen lasse und zu Fuß in die Stadt gehe.

IMG_6669

63.000 Schritte pro Tag – wie um alles in der Welt schafft man das?

In der Fitbit-Community gibt es allerdings Leute, die auf ganz andere Schrittzahlen kommen. Eine meiner Fitbit-Freundinnen etwa kommt auf täglich durchschnittlich 63.000 Schritte. Ich frage mich wirklich, wie man das hinbekommt. Mein Mann Christoph, dessen Pulsuhr ja ebenfalls einen integrierten Schrittzähler hat, kam sogar an seinem Marathontag mit gut 42 gelaufenen Kilometern „nur“ auf knapp 50.000 Schritte. Die besagte Fitbit-Heldin selbst antwortet auf neugierige Fragen nach ihrem Geheimrezept eher vage: Nordic Walking, Tanzen, im Alltag viel bewegen… Es kursieren Gerüchte, sie trage jeden Socken einzeln zur Waschmaschine. Was bei mir die Frage aufwirft, wie viele Socken sie wohl besitzen mag. Denn bei mir (normales Einfamilienhaus mit Obergeschoss, Erdgeschoss und Keller) schlägt der Gang vom Schlafzimmer (wo die dreckigen Socken wohnen) bis zur Waschmaschine im Keller mit etwa 50 Schritten zu Buche. Wollte man allein mit seiner Schmutzwäsche derartige Schrittziele erreichen, wären das täglich 1.000 Teile Wäsche (ja, als durch den Diabetes geschulte Alltagsmathematikerin muss ich so etwas immer gleich ausrechnen). Da muss es noch etwas anderes geben im Leben dieser Frau. Ob sie das Fitbit-Armband vielleicht ihrem Hund umbindet und dann Stöckchen wirft? Ziemlich weit wirft? Aber auch für einen Hund wären das wirklich viele Schritte. Ich weiß nicht, ob der Sensor des Fitbit auch anspringt, wenn ein Hamster in seinem Hamsterrad läuft. Diese Variante hätte allerdings den Vorteil, dass sie selbst tagsüber mit dem Fitbit herumlaufen und, während sie selbst schläft, den nachtaktiven Nager Schritte sammeln lassen könnte. Ich weiß es wirklich nicht, aber 63.000 Schritte am Tag erscheinen mir mit einem normalen Menschenalltag kaum zu vereinbaren.

hamster-wheel-1014047_960_720

Gleich und gleich gesellt sich gern: Gruppen für Fitbit in allen Lebenslagen

In der Fitbit-Community gibt es aber noch weitere Skurrilitäten. Man kann auch ganz gezielt nach Interessengruppen suchen, damit man seine Wettkämpfe mit möglichst Gleichgesinnten austrägt. In allen Gruppen kann man schauen, wie viele Schritte die Gruppenmitglieder im aktuellen Monat zusammen erarbeitet haben, man kann Themen diskutieren und miteinander chatten. Die US-amerikanischen Fitbitter sind derzeit allerdings offenbar deutlich interaktiver als die deutschen. Da gibt es zum Beispiel die Gruppe „Punk/Rock/Fitness“, die sich über gemeinsame Musikvorlieben definiert und darüber chattet, welche Musik man bei welcher Sportart hört. Oder die Gruppe „Christian Fitbit“, zu der man folgende Beschreibung findet: „I wanted to create a place where Christians can get fit and share the word together. Let us post words of encouragement and help reach our Goals…. Physically and Spiritually. ‚I can do all things through him who strengthens me.’ – Philippians 4:13“ Na dann: Amen, praise the Lord! Oder die Gruppe „Craft beer lovers using fitbit“, nun, hier erübrigt sich eine Erklärung vermutlich. Die Gruppe „Typ-1-Diabetes Deutschland“ umfasst leider nur 3 Mitglieder (inklusive mir). Ich habe aber auch eine Gruppe für Fitbit-Nutzer aus Schleswig-Holstein und Hamburg gefunden und bin nun erst einmal beigetreten. Derzeit liege ich mit meinen 330.690 Schritten im Monat Mai auf Platz 71 von 230 Gruppenmitgliedern. Das ist eine deutliche bessere Platzierung als ich sie im Triathlon für gewöhnlich erreiche, sogar ohne Altersklassenbonus. Auf diese Erkenntnis laufe ich nun erst einmal ein paarmal euphorisch die Treppe rauf und runter!

Advertisements

2 Kommentare zu “Fitbittersweet: Neues aus meinem Leben mit dem Schrittzähler

  1. Pingback: Das Schöne am Fitbit: Man kann viele bunte Accessoires kaufen! | Süß, happy und fit

  2. Pingback: Bye bye Fitbit: Warum ich keine Lust mehr auf meinen Schrittzähler habe | Süß, happy und fit

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s