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Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Sport schenkt mir das Vertrauen in meinen Körper zurück

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Der Totalausfall eines Organs kann dem Vertrauen in den eigenen Körper einen ganz schönen Knacks verpassen. Mir ist es gelungen, dieses Vertrauen durch Sport wiederherzustellen.

Vielleicht erinnert ihr euch, ich war als Kind ein ziemlicher Bewegungsmuffel. Ich mochte lieber lesen und zeichnen als draußen zu toben oder Sport zu treiben. Und auch als Erwachsene empfand mich weiterhin nicht als besonders sportlich, auch als ich mich aus purer Vernunft in einem Fitnessstudio angemeldet hatte und dort regelmäßig Gewichte stemmte oder im Schwimmbad meine Bahnen zog.

Bäm! Meine Bauchspeicheldrüse hat ihren Geist aufgegeben

Wie wahrscheinlich für jeden, war die Diagnose Typ-1-Diabetes für mich ein Schock. Die Erkenntnis, dass ich von heute auf morgen so einige Gewohnheiten umstellen und mich tagein tagaus um meinen Diabetes würde kümmern müssen, traf mich bis ins Mark. Es waren aber nicht nur das nervige Blutzuckermessen oder Insulinspritzen, die ständige Kohlenhydratrechnerei, die mich störten. Ich war auch furchtbar enttäuscht von meinem Körper. Zu wissen, dass mit der Bauchspeicheldrüse ein ganzes Organ mit einer sehr zentralen Funktion auf einmal ausgefallen ist und nie wieder seinen Dienst antreten wird, ist ein herber Schlag. Da kann man schon einmal mit seinem Körper hadern und ihm böse Vorwürfe machen: „Warum funktioniert bei dir nicht mehr, was doch bei fast allen anderen Menschen geräuschlos im Hintergrund läuft? Warum hast du mich im Stich gelassen? Was ist mit so einem Körper überhaupt noch anzufangen, der ohne Hilfe von außen nichts mehr auf die Reihe bekommt?“

Der menschliche Körper ist nicht zum Herumsitzen gemacht

Trotzdem beschloss ich – zunächst wieder aus ganz vernünftigen Erwägungen – mich wieder an Sport heranzuwagen: Ich wusste, das jegliche Bewegung sich positiv auf den Blutzucker auswirkt (von allen weiteren positiven gesundheitlichen Effekten einmal ganz abgesehen). Tatsächlich funktioniert mein Blutzuckermanagement erheblich besser, wenn ich regelmäßig sportlich aktiv bin. Der menschliche Körper ist nun einmal nicht zum Herumsitzen gemacht. Aber Sport hat aber noch einen weiteren wichtigen Effekt auf mein Leben mit Typ-1-Diabetes: Er schenkte mir das Vertrauen in meinen Körper zurück, das mit der Diagnose diesen gewaltigen Knacks erfahren hatte.

Mein Körper bewältigt Dinge, von denen ich früher nie geträumt hätte

Wenn ich Sport treibe, Wettkämpfe bestreite, meine Beine routiniert traben, dann tritt diese Enttäuschung in den Hintergrund. Warum sollte ich auch enttäuscht sein? Meine Muskeln sind stark, mein Herz pumpt Blut, meine Lungen atmen Sauerstoff, meine Arme schwingen im Takt, meine Füße stoßen sich kräftig ab, mein Körper funktioniert. Er bewältigt Dinge, von denen ich damals – als Bewegungsmuffel ohne Diabetes – nie geträumt hätte. Und das ist ein unheimlich tolles Gefühl. Vor allem für einen eigentlich unsportlichen Menschen wie mich. So toll, dass ich inzwischen nicht nur beim Diabetesmanagement, sondern auch im Sport ein kleines bisschen Ehrgeiz entwickelt habe. Nur so viel, wie mein Schweinehund erlaubt, der bei mir durchaus einige Freiheiten genießt. Aber trotzdem. Ich habe mich mit meinem Körper und seinem kleinen Makel namens Diabetes versöhnt. Heute mit 45 Jahren bin ich fitter als ich es mit 20 oder 25 je war. Und ganz ehrlich: Das fühlt sich super an!

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2 Kommentare zu “Sport schenkt mir das Vertrauen in meinen Körper zurück

  1. Schön, dass du so zurückgefunden hast 🙂 Das motiviert mit Sicherheit einige Andere mit gleichem Schicksal 🙂

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  2. Pingback: Nun also auch die Schilddrüse: Mein Vertrauen in meinen Körper ist mal wieder angeknackst | Süß, happy und fit

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