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Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

#DBW2015: Über die leidige Routine des Blutzuckermessens

Ein Kommentar


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Das heutige Tagesmotto der Diabetes Blog Woche #DBW2015 „Deutschland misst den Blutzucker“ spricht mich nicht so recht an. Es klingt nach dem Slogan einer Krankenkasse. Oder nach „morgens halb zehn in Deutschland“ oder nach „Hamburg räumt auf“. Aber egal – natürlich bin auch ich irgendwie Deutschland, und auch ich messe meinen Blutzucker. 🙂

Über die ungewöhnlichsten Orte, an denen ich je Blutzucker gemessen habe, soll ich hier schreiben. Und über Fehler beim Blutzuckermessen sowie über ungewöhnliche Momente, die sich durch das Blutzuckermessen für mich ergeben haben. Hmm, das ist gar nicht so einfach. Denn so wirklich ungewöhnlich erscheinen mir die Orte gar nicht, an denen ich meinen Blutzucker messe. Schließlich bestimme ich ihn einfach überall da, wo ich mich gerade aufhalte. Und das ist in der Regel kein Basiscamp am Mount Everest, keine NASA-Raumsonde und auch keine Wedding Chapel in Las Vegas. Sondern das sind ganz gewöhnliche und langweilige Orte wie mein Arbeitszimmer, mein Bett, mein Auto. Sind Orte wie „unter dem Tisch im Restaurant“, „auf meiner Laufstrecke“, „am Schwimmbeckenrand“ oder „in der U-Bahn“ eher erwähnenswert? Ich finde eigentlich nicht.

Deutschland macht den Apfeltest

Fehler beim Blutzuckermessen passieren natürlich, das ist eine Binsenweisheit. Zuckerklebrige Finger verfälschen das Messergebnis. Wer es nicht glaubt, dem empfehle ich folgendes Experiment: Nimm dir einen Apfel (es sollte eine sehr saftige Sorte sein) und beiße kräftig hinein. Iss den Apfel auf, bis deine Hände richtig schön apfelsaftklebrig sind. Miss deinen Blutzucker und notiere den Wert. Wasche nun deine Hände und miss den Blutzucker noch einmal. Dabei können durchaus 100 mg/dl Unterschied herauskommen. Also: Vor dem Messen Händewaschen nicht vergessen. Ersatzweise Finger ablecken (sofern man nicht gerade Bonbons gelutscht und damit zuckersüßen Speichel hat) und an der Hose abwischen. Das wissen wir aber doch alles längst, oder etwa nicht?

„Bringt das eigentlich was?“

Bleiben also die ungewöhnlichen Momente. Klar, da kann ich ein paar Anekdoten zum besten geben, über die ich hier auch schon einmal geschrieben habe. Als ich bei einem 10-Kilometer-Lauf meine Sachen vor dem Start in der Turnhalle deponierte und noch einmal mit dem Accu-Chek Mobile meinen Blutzucker maß, schaute mir ein anderer Läufer neugierig über die Schulter und fragte: „Sag mal, bringt das eigentlich was?“ Ich war verdutzt und sagte: „Also für mich bringt das ganz entscheidend viel, ich habe nämlich Diabetes!“ Er hatte mich für einen dieser Freaks gehalten, die vor Wettkämpfen ihren Blutzucker messen, obwohl sie überhaupt keinen Diabetes haben – was auch immer sie sich davon versprechen.

„Du hast vergessen, die Diebstahlsicherung entfernen zu lassen!“

Auch mit dem Freestyle Libre kann man recht lustige Reaktionen ernten. Als ich im Herbst 2014 einen Kraulkurs absolvierte, trug ich bereits den Sensor, um meinen Glukoseverlauf zu kontrollieren. Das Libre war kurz zuvor erst auf den Markt gekommen und hatte für eine Menge Medienwirbel gesorgt. Die Schwimmtrainerin entdeckte den Sensor an meinem Oberarm und fragte beeindruckt: „Wow, ist das dieses coole Teil zum Zuckermessen, über das neulich bei n-tv berichtet wurde?“ Kein Wort darüber, ob ich mit Diabetes gefahrlos am Schwimmtraining teilnehmen kann, einfach super. Geschmunzelt habe ich auch über die Reaktion eines Kollegen bei einer Veranstaltung. Ich hatte das Freestyle Libre noch nicht sehr lange, entsprechend groß war mein Spieltrieb noch. Wir saßen zusammen in einer Veranstaltung, die mich ein bisschen langweilte, und ich maß alle paar Minuten meinen Glukosewert. Er beobachtete mich eine Weile aus dem Augenwinkel, wie ich mit meinem Lesegerät über meinen Oberarm strich und dann nach einem kleinen Tüdelü-Geräusch offenbar interessante Informationen auf dem Display studierte. Er beugte sich zu mir herüber und fragte leise: „Geht das bei mir auch?“ Doch den bislang lustigsten Spruch durfte ich im Frühjahr 2015 beim Lauftraining hören. Ich trug ich ein kurzärmeliges Laufshirt, so dass man auch hier den Sensor des Freestyle Libre deutlich sehen konnte. Ein anderer Läufer bemerkte ihn und meinte zu mir: „Hey, du hast vergessen, die Diebstahlsicherung von deinem Arm entfernen zu lassen!“

 

 

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Ein Kommentar zu “#DBW2015: Über die leidige Routine des Blutzuckermessens

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