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Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Ach du Sch… Wie kann es sein, dass ich meinen Diabetes einfach vergesse?

3 Kommentare

So etwas wie vorhin beim Abendessen ist mir ja noch nie passiert: Ich habe zum ersten Mal in meiner Diabeteskarriere vollkommen vergessen, dass ich eine funktionsuntüchtige Bauchspeicheldrüse habe. Mein Gehirn scheint wohl grad in der Wäsche zu sein…

Ja, ihr habt richtig gelesen! Ich habe es schlicht vergessen! Christoph und ich wollten Abendbrot essen und hatten dafür die übrig gebliebenen Brötchen vom Frühstück mit Schinken und verschiedenen Käsesorten sowie aufgeschnittenen Tomaten und Paprikastreifen aufgedeckt. Also mal kein Low-Carb-Abendessen, wie ich es eigentlich bevorzuge, sondern eines, für das ich mir einen ordentlichen Schuss setzen muss. Nur, dass ich überhaupt nicht daran dachte, dass ich vor dem Essen ein kleines Extraprogramm abspulen muss. Eines, das aus Zuckermessen, Kopfrechnen und Insulinspritzen besteht. Möglichst auch mit einem akzeptablen Spritz-Ess-Abstand, damit der Zuckerwert unmittelbar nach dem Essen nicht ins Unermessliche steigt.

Wichtige Routinehandgriffe einfach vergessen

Nichts davon kam mir in den Sinn – und dass, obwohl mein Diabetestäschchen mit den Insulinpens, dem Libre-Lesegerät, dem Blutzuckermessgerät, den Pennadeln und den eisernen Reserven Traubenzucker-Plättchen quasi direkt vor meiner Nase stand. Mitten auf dem Esstisch. Ich war gerade dabei, mein Brötchen aufzuschneiden, als ich Christoph auf einmal entgeistert anstarrte und rief: „Ich hab doch Diabetes!“ Auch ihm war überhaupt nicht aufgefallen, dass ich ein paar wichtige Routinehandgriffe einfach ausgelassen hatte. Das war mir wirklich noch nie passiert. Klar, ich hatte mal ein bisschen geschludert und so getan, als würde niemand es merken, wenn ich jetzt etwas esse, ohne dafür zu spritzen. Kommt gelegentlich in der Weihnachtszeit vor. Oder beim Naschen, wenn ich mir zwei Pralinen gönne und auch dafür spritze, ich dann auf einmal aber doch neugierig auf die anderen Sorten in der Packung bin. Keine Chance, der Zucker merkt es immer. Deshalb lasse ich mir so etwas auch nur gaaaaanz ganz selten mal durchgehen. Die Quittung in Form einer hässlichen Zahl von über 200 mg/dl ist einfach zu unschön, sie vermasselt mir den Schnitt und sämtliche laufende mySugr-Challenges, das will ich nicht haben.

Was muss ich wegen meines Diabetes nochmal machen, damit ich essen kann?

Heute aber hatte ich meinen Diabetes nicht klammheimlich ignoriert, sondern wirklich VERGESSEN. Ich war so schockiert, dass ich sogar einen etwas längeren Moment überlegen musste, WAS genau ich eigentlich wegen meines Diabetes machen muss, damit ich essen kann. Ich griff nach meinem Libre-Lesegerät, schaltete es ein und bewegte es über den Sensor entlang. Danach steckte ich es wieder in das Täschchen, ohne zuvor auf den Wert geschaut zu haben und griff nach meinem Blutzuckermessgerät. Ich stach mir in den Finger und überlegte, was als nächstes zu tun ist. Ich musste wirklich überlegen. Dann fiel mir auf, dass ich einfach nur auf den gespeicherten Wert des Libre-Lesegeräts schauen muss, weil ich doch gar nicht jeden Libre-Messwert mit einer Blutzuckermessung gegenchecke. Dann hatte ich meine Gedanken zum Glück wieder soweit sortiert, dass ich ohne weiteres Grübeln die erforderlichen Insulineinheiten einstellen und mein Insulin spritzen konnnte.

Keine Ahnung, was da los war. Vermutlich hatte ich mein Denkorgan bei der letzten Gehirnwäsche einen etwas zu heftigen Schleudergang mitbekommen… Habt ihr so etwas auch schon einmal erlebt oder sollte ich mich besser mal auf Alzheimer untersuchen lassen?

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3 Kommentare zu “Ach du Sch… Wie kann es sein, dass ich meinen Diabetes einfach vergesse?

  1. Hallo Antje,

    mir ist sowas auch schon mal passiert – wie sicher jedem, wenn er mal mit dem Kopf gerade woanders war.
    Ich hatte wieder mal abends Dienst, hatte mir wieder mal die Reste vom letzten Mittagessen eingepackt und in der Mikrowelle warm gemacht, mich an meinen Schreibtisch gesetzt und hungrig angefangen zu essen. Bis nach ein paar Happen mein Blick auf mein Täschchen mit BZ-Messgerät, Pen etc. fiel und mir aufging: „Halt, irgendwas fehlt da noch! Ich habe ja gar nicht gespritzt…“ Das wurde dann schnell erledigt und weitergegessen.
    Ein anderes Mal habe ich abends zur Basal-Zeit BZ gemessen, alles ganz brav in mein Tagebuch eingeschrieben – bis mir dann eine halbe Stunde danach einfiel, dass ich mein Basal zwar aufgeschrieben aber gar nicht gespritzt hatte.
    Bisher habe ich also immer noch dran gedacht. *auf Holz klopf*

    In diesen Momenten ist man mit den Gedanken sicher irgendwo anders und dann muss eben irgendwo Kapazität gespart werden – warum also nicht bei Dingen, die eh manchmal nerven. 😉

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  2. dein artikel gefällt mir……..solange der tatbestand ausnahmeerscheinung bleibt tina

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