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Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Erste Rennradfahrt im Frühjahr: Hallo, wie geht das noch mal mit dem Schalten?

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Über die Wintermonate, die mein schönes kleines Rennrad still in der Garage verbracht hat, habe ich so ziemlich alles vergessen, was man über das Rennradfahren wissen muss. Gestern war es Zeit, meinen Körper daran zu erinnern, wie man auf so einem Drahtesel sitzt, wie man schaltet und wie man bremst. Und es war Zeit auszuprobieren, wie man beim Fahren mit dem Freestyle Libre den Zuckerwert scannen kann.

In diesem Jahr habe ich mir nicht nur vorgenommen, zwei Triathlon-Wettkämpfe zu bestreiten, sondern bin auch erstmals für die Hamburg Cyclassics angemeldet. Ich habe mir als Anfängerin zwar nur die 55 Kilometer-Distanz ausgesucht, doch auch diese Strecke muss man ja erst einmal bewältigen – und zwar möglichst nicht als allerletzte Teilnehmerin vor dem Kehrwagen. Deshalb nutzte ich gestern also das tolle Frühlingswetter für eine erste Fahrt mit meinem schönen kleinen Rennrad, das ich erst im vergangenen Sommer gekauft habe.

Umsteigen vom schweren Muttifahrrad aufs leichte Renngeschoss

Ich hatte schon geahnt, dass ich mich erst einmal wieder ans Rennradfahren würde gewöhnen müssen – schließlich unterscheiden sich die Haltung auf dem Fahrrad und auch der Umgang mit Schaltung und Bremsen doch sehr von meinem guten alten Muttifahrrad, das auch in den Wintermonaten immer mal zum Einsatz kommt – mit seinen gut 20 Kilogramm Eigengewicht, dem Einkaufskorb am Lenker, mit seiner 3-Gang-Nabenschaltung und mit Rücktritt. Mein Rennrad wiegt nicht einmal 9 Kilogramm und ist mein erstes Fahrrad mit Kettenschaltung. Gestern hießt es also für mich (frei nach Opel) „Umsteigen im Kopf“. Außerdem wollte ich testen, wie ich am besten während der Fahrt mit dem Freestyle Libre meinen Glukosewert scannen kann – in welche Tasche stecke ich das Lesegerät am besten? Startknöpfchen noch in der Tasche aktivieren oder erst draußen? Deshalb nahm ich mir nur eine entspannte kleine Tour vor, bei der ich vor allem wieder „in den Tritt“ kommen wollte.

Auch einfache Handgriffe brauchen ein bisschen Übung

Das war auch bitter nötig! Denn gleich nachdem ich mich in den Sattel geschwungen hatte, musste ich erst einmal überlegen: Mit welchem Schalthebel komme ich noch mal in die höheren, mit welchem in die niedrigeren Gänge? Ups, kein Rücktritt – wo war noch mal die Bremse bei diesem Geschoss? Ach ja, mehr mit dem Vorfuß auf die Pedale treten! Und die Handgelenke gerade halten, sonst schmerzen die Hände zu schnell… Puh, mein Rücken… Immerhin war mir meine Lieblingsstrecke in Elmshorn vertraut, auf der in der Regel nicht viele Autos fahren und die dafür an idyllischen alten Katen und am Krückaudeich entlang führt. Hallo Schafe, hallo Schaaaambein – oje, ich hatte ja auch ganz vergessen, dass manche Körperteile mit dem Rennradsattel ein wenig auf Kriegsfuß stehen… (Die perfekte Polsterhose für meine Anatomie muss immer noch erfunden werden). Auch das Trinken während der Fahrt (eine Hand vom Lenker nehmen, nach der Trinkflasche in der Halterung greifen, trinken und Flasche möglichst ohne hinzuschauen wieder zurück in die Halterung stecken) klappte vergangenen Sommer schon einmal besser. Dafür war das Glukosemessen während der Fahrt kein Problem: Ich hatte das Libre-Lesegerät in der rechten Jackentasche verstaut, drückte schon beim Hineingreifen in die Tasche das Startknöpfchen und strich dann mit dem Gerät fix über den Sensor, den ich derzeit am linken Oberarm trage. Das klappte gut, und ich war froh, nun auch beim Radeln zwischendurch unkompliziert den Zucker im Blick behalten zu können.

Nächstes Trainingsziel: Keine Angst vorm Windschattenfahren!

Auf dem Rückweg machte ich kurz zwischen Seestermühe und Seester noch einen kleinen Schlenker durch die wunderschöne Lindenallee. Damit sie wirklich rennradtauglich ist, müsste zwar mal ein Kehrwagen durchfahren, doch der Anblick macht doch wirklich etwas her, finde ich. In den kommenden Wochen werde ich das Rennrad also wieder häufiger aus der Garage holen, ein paar weitere Streifzüge unternehmen und nach Möglichkeit auch an ein paar Gruppenausfahrten teilnehmen – denn beim Radrennen ist (anders als im Triathlon) das Windschattenfahren nicht verboten. Deshalb können einem die Mitfahrer dabei deutlich dichter auf die Pelle rücken, und auch das muss trainiert werden.

Lindenallee

Ein paar hundert Meter lang und einfach nur schön anzuschauen: die Lindenallee zwischen Seester und Seestermühe

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