Süß, happy und fit

Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes


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Mein Diabetes wird fünf Jahre alt: Erinnerungen an einen komischen Tag

Es gab in meinem Leben bislang zwei Tage, an denen mir schlagartig klar wurde, dass ab jetzt nichts mehr so sein würde wie zuvor. Zum einen den Tag, an dem ich erfuhr, dass ich schwanger war. Und zum anderen den Tag, an dem ich die Diagnose Typ-1-Diabetes erhielt.

Heute ist der fünfte Jahrestag meiner Diabetes-Diagnose. Der 30. März 2010 hat sich in meine Erinnerung eingebrannt wir kaum ein anderer Tag, und deshalb möchte ich heute einmal zurückblicken. Ich war gerade 40 Jahre alt geworden und hatte diesen runden Geburtstag mit ein bisschen Verspätung auch groß gefeiert. Mich plagte neben einer ganz leichten Midlife-Crisis nur ein hartnäckiger Husten, dem mit den üblichen Hausmitteln einfach nicht beizukommen war. Am Montag nach der Feier ging ich also zu meinem Hausarzt, um meine Lunge abhören und mir etwas Stärkeres gegen meinen Husten verschreiben zu lassen. Bei der Gelegenheit wollte ich ihm auch den komischen Computerbrief vom Roten Kreuz zeigen, der nach dem Blutspendetermin ins Haus geflattert war. Beim letzten Blutspendetermin hatte man außer der Reihe, als kleinen Service für die Blutspender, den Blutzuckerwert bestimmt. Ich bekam Post, weil mein Wert irgendwo bei 380 mg/dl lag. Ich wusste aus meiner Arbeit als Medizinjournalistin, dass das ein absurd hoher Wert war. Doch ich tippte auf einen Messfehler, weil ich keines der typischen Diabetes-Symptome wie übermäßigen Durst und ständiges Wasserlassen hatte. Ich hatte zwar seit Weihnachten zwei Kilo abgenommen, doch dieser Gewichtsverlust war hart erkämpft gewesen und ganz sicher nicht Folge einer gestörten Glukoseverwertung. Weiterlesen

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Erste Rennradfahrt im Frühjahr: Hallo, wie geht das noch mal mit dem Schalten?

Über die Wintermonate, die mein schönes kleines Rennrad still in der Garage verbracht hat, habe ich so ziemlich alles vergessen, was man über das Rennradfahren wissen muss. Gestern war es Zeit, meinen Körper daran zu erinnern, wie man auf so einem Drahtesel sitzt, wie man schaltet und wie man bremst. Und es war Zeit auszuprobieren, wie man beim Fahren mit dem Freestyle Libre den Zuckerwert scannen kann.

In diesem Jahr habe ich mir nicht nur vorgenommen, zwei Triathlon-Wettkämpfe zu bestreiten, sondern bin auch erstmals für die Hamburg Cyclassics angemeldet. Ich habe mir als Anfängerin zwar nur die 55 Kilometer-Distanz ausgesucht, doch auch diese Strecke muss man ja erst einmal bewältigen – und zwar möglichst nicht als allerletzte Teilnehmerin vor dem Kehrwagen. Deshalb nutzte ich gestern also das tolle Frühlingswetter für eine erste Fahrt mit meinem schönen kleinen Rennrad, das ich erst im vergangenen Sommer gekauft habe. Weiterlesen


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Ostseelauf in Timmendorf: Knackig kalt, schön sonnig und Blutzucker auf Talfahrt

Am Abend vor dem Ostseelauf regnete und windete es in Timmendorf so ungemütlich, dass mein Mann und ich (auf einen Samstagabend!) uns schnell ins Hotelzimmer flüchteten und ungelogen schon um 21 Uhr im Bett lagen. Der Lauftag selbst entschädigte uns dafür mit tollster Frühlingssonne. Doch irgendwas ist ja immer: Weil mein Frühstück beim Laufstart noch nicht lang zurücklag und noch ein Bolus wirkte, musste ich auf der 10-km-Strecke permanent Traubenzucker einwerfen, um den Blutzucker stabil zu halten.

Es gibt ein Gedicht von Wilhelm Busch, das funktioniert bei mir als Universal-Trost:

Fortuna meint es gut mit uns,

doch will sie uns nie ganz beglücken.

Schenkt sie uns einen Sommertag,

so schenkt sie uns auch Mücken.

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Ein Haufen Blogger, ein Wochenende im Schloss und ein etwas verstaubter Pharmakonzern

Die Firma Roche Diagnostics, bei Diabetikern vor allem durch ihre Marke Accu-Chek und eine kaum zu leugnende Schwerfälligkeit bei Innovationen bekannt, will sich künftig aktiver in den sozialen Medien engagieren. Dafür hat sie zu ihrem traditionellen Roche-Mediendialog dieses Jahr erstmals auch einen ganzen Haufen Diabetes-Blogger eingeladen. Und das hat Spaß gemacht.

Ich kenne die Firma Roche Diagnostics schon recht lange und inzwischen aus einigen verschiedenen Perspektiven. So habe ich etliche Jahre lang im Auftrag einer PR-Agentur Fachpressetexte für die Diabetes-Sparte des Konzerns geschrieben – und zwar lange bevor ich selbst an Typ-1-Diabetes erkrankt war. Mit meiner Diagnose gewann meine Beziehung zu Roche und seiner Diabetes-Marke Accu-Chek eine neue Facette: Ich wurde auch zur Kundin, denn bei meinem ersten Besuch in einer diabetologischen Praxis entschied ich mich intuitiv für das seinerzeit nagelneue Blutzuckermessgerät Accu-Chek Mobile. Und zwar aus dem einfachen Grund, weil ich erst wenige Tage zuvor einen Fachpressetext zur Markteinführung des Geräts geschrieben hatte und daher eine recht gute Vorstellung davon hatte, wie das Ding funktioniert. Ich habe diese Produktentscheidung übrigens später auch nicht bereut, nachdem ich diverse andere Blutzuckermessgeräte getestet hatte. Erst das Freestyle Libre ist für mich mehr als ein bedeutungsloser Seitensprung, denn seit ich dieses System nutze, kommt mein Accu-Chek Mobile nur noch etwa zwei- bis dreimal am Tag zum Einsatz. Weiterlesen


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Bitte einmal alles ganz schnell umkrempeln: Neuer Faktor, neue Basaldosis gefällig?

Ich bin sehr dankbar, dass sich mein Blutzucker meist relativ brav und vorhersehbar benimmt. Die Betonung liegt auf MEIST. Denn in den vergangenen Wochen habe ich recht intensiv daran basteln müssen, die Dosis für mein Basalinsulin und meinen morgendlichen KE-Faktor wieder in den Griff zu bekommen.

Mein Diabetes mag keine schleichenden Veränderungen. Wenn er sich überlegt, dass er künftig mehr Basalinsulin braucht, dann entscheidet er das sehr plötzlich. Das gleiche gilt für KE-Faktoren: Gestern reichten 0,5 Insulineinheiten (IE) pro Kohlenhydrateinheiten (KE)? Macht nix, ab heute sollen es bitteschön 1,2 sein. Zum Glück passiert das nicht oft, sodass ich überwiegend gut klarkomme und nur selten mit größeren Blutzuckerschwankungen zu kämpfen habe. Doch in letzter Zeit war ein bisschen der Wurm drin. Es fing damit an, dass gegen Ende November 2014 mein morgendlicher Insulinbedarf für das Frühstück schlagartig von 0,5 IE/KE auf 1,0 IE/KE anstieg. Es kostete mich ein wenig Überwindung, mir auf einmal die doppelte Menge Insulin für eine Mahlzeit zu spritzen, doch die Blutzuckerwerte sprachen für sich: Das ist offenbar mein neuer Bedarf. Weiterlesen