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Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Tanzsport mit Typ-1-Diabetes: Daumendrücken für Matthias Steiner bei Let’s dance!

Ein Kommentar

Bislang hatte Matthias Steiner beim Sport eher eine Langhantel als eine Tanzpartnerin im Arm. Jetzt tritt er in der RTL-Show „Let’s dance“ an, lernt tanzen und zeigt der Fernsehnation, wie er mit seinem persönlichen „Hindernis“ Typ-1-Diabetes umgeht. Bei mir jedenfalls harmonieren Diabetes und Tanzsport super!

Als kürzlich beim T1Day darüber diskutiert wurde, wie man mehr und vor allem positive mediale Aufmerksamkeit für Typ-1-Diabetes erreichen kann, tauchte von irgendwo aus dem Plenum der Vorschlag auf, man könne doch einmal Matthias Steiner (Olympiasieger im Gewichtheben, Typ-1-Diabetiker seit seinem 18. Lebensjahr) ins Dschungelcamp schicken – dann könnte die Fernsehnation hautnah miterleben, wie er im Zweikampf mit Kakerlaken und sonstigem Getier heroisch seinen Diabetes managt. Darauf hatte Matthias zwar keine Lust, wie neulich in Steffis Blog nachzulesen war. Doch mir persönlich gefällt es ohnehin viel besser, dass er nicht in der nächsten Staffel des Dschungelcamps zu sehen sein wird, das ich überhaupt nicht verfolge, sondern ab 13. März 2015 in der RTL-Show „Let’s dance“.

Tanzen bietet die einmalige Chance, eine Frau zu führen!

Bei „Let’s Dance“ schaue ich als bekennender TV-Banause tatsächlich ganz gern mal rein, denn seit knapp vier Jahren betreibe ich selbst mit meinem Mann aktiv Tanzsport. Begonnen hat alles mit einem Crashkurs vor unserer Hochzeit im Frühjahr 2011. Ich bestand darauf, dass wir uns zumindest ein Wochenende lang mit den Grundzügen von Disco Fox sowie langsamem und Wiener Walzer beschäftigten, damit uns beim Eröffnungswalzer auf unserer Hochzeitsfeier niemand auslacht. Christoph sträubte sich erst ein wenig, fand dann aber Gefallen am Tanzen, so dass wir nach der Hochzeit gleich einen weiteren Kurs belegten. In diesem Kurs bekam mein Göttergatte dann spitz, dass man beim Standard-Latein-Tanzen von Bronze über Silber bis Gold und Triple-Gold-Star-Plus eine ganze Menge Abzeichen sammeln kann, was ihn mit seinem Faible für Zertifikate und Urkunden enorm anspornte. Außerdem gefiel es ihm zusehends immer besser, dass er beim Tanzen die einmalige Chance hat, mich zu führen (das lasse ich im Alltag nämlich nicht so gern mit mir machen). Und so ging die Initiative, uns als feste Mitglieder in unserer Tanzschule „Die 2“ anzumelden, tatsächlich von ihm aus.

Wir haben schon Zuschauer am Rande der Tanzfläche vor Neid erblassen sehen

Mittlerweile haben wir uns vom Starterkurs über Basic1 und Basic2 zum Medium-Kurs vorgearbeitet (danach kommt nur noch der Top-Kurs). Abzeichen oder Medaillen haben wir noch nicht eingeheimst – aber wir haben großen Spaß am Tanzen und haben schon bei der einen oder anderen Hochzeit oder Familienfeier Zuschauer am Rande der Tanzfläche vor Neid erblassen sehen, wenn wir ein paar schicke Figuren aufs Parkett gelegt haben. Besonders die lateinamerikanischen Tänze (Rumba, Cha-Cha-Cha, Salsa, Tango) haben es uns angetan. Aber auch ein Wiener Walzer ist eine tolle Sache – insbesondere, seit es uns so halbwegs schwindelfrei gelingt, vom einen bis zum anderen Ende des Tanzsaales durchzuwalzen, ohne mit anderen Paaren zu kollidieren.

Jungbrunnen für die Beziehung, der Körper und den Geist

Was mir am Tanzen ebenfalls sehr gefällt, ist die Tatsache, dass wir als Paar ein gemeinsames Hobby haben. Dass ein gemeinsames Hobby – insbesondere wenn es mit innigem Körperkontakt zu tun hat – der Partnerschaft gut tut, merke ich immer wieder, wenn ich andere Paare beim Tanzen beobachte. In unserer Tanzschule gibt es eine ganze Reihe älterer Paare, die schon sehr lange gemeinsam tanzen und trotz (oder eher wegen?) der vielen gemeinsamen Jahre immer noch so süß wie frisch Verliebte miteinander umgehen. Bei Tänzen wie Tango Argentino kann man es bei manchen Paaren auch regelrecht erotisch knistern spüren. Tanzen ist aber nicht nur ein Jungbrunnen für die Beziehung, sondern auch für Körper und Geist, wie Forscher der Ruhr-Universität Bochumg (RUB) vor einer Weile herausgefunden haben. Ganz knapp zusammengefasst: Tanzen verlangsamt den geistigen Alterungsprozess und verbessert Haltung und Koordination ebenso wie die taktile Leistungsfähigkeit.

Blutzuckertechnisch ist Tanzen für mich moderates Ausdauertraining

Kein Wunder: Man muss sich jede Menge verschiedener Schrittfolgen merken, dabei Haltung und Körperspannung bewahren, auf subtile Signale des gegnerischen Tanzsportgeräts… ähhh Tanzpartners achten und gerät – zumindest bei flotten Tänzen wie Jive, Quickstep, Cha-Cha-Cha, Samba oder Wiener Walzer – auch ganz schön ins Schwitzen. Blutzuckertechnisch ist Tanzen für mich moderates Ausdauertraining: Meist reicht es für mich, mit einem Blutzuckerwert von etwa 140 mg/dl zu starten. Im Laufe einer guten Stunde Tanztraining sinkt der Blutzucker bei mir dann auf 100 bis 120 mg/dl, vergleichbar mit strammem Spazierengehen oder lockerem Radfahren. Wenn wir allerdings neue Figuren lernen, deren Bewegungsabläufe noch ungewohnt für mich sind und an denen nicht nur meine Beine, sondern auch Gehirn noch gut zu tun haben, dann kann Tanzen den Blutzucker auch mal kräftiger nach unten ziehen.

Vielleicht ist eine Tanzpartnerin ja ein netteres Sportgerät als eine Langhantel

Ich bin mal gespannt, was Matthias Steiner, der sich sportlich bislang ja in ganz anderen Gefilden als auf Tanzflächen getummelt hat, für Auswirkungen auf seinen Blutzucker feststellt. Er hat natürlich ein ganz anderes Pensum zu bewältigen: Jede Woche einen ganz neuen Tanz mit unzähligen komplexen Figuren, die man vermutlich nur durch tägliches mehrstündiges Training in diesem aberwitzigen Tempo erlernen kann. Dazu dann die Aufregung vor Live-Auftritten – Respekt! Doch vielleicht kommt er ja auf den Geschmack und stellt fest, dass eine Tanzpartnerin ein deutlich netteres Sportgerät sein kann als eine Langhantel… wenn ich ihm irgendwann einmal auf einem Event über den Weg laufen sollte, hoffe ich jedenfalls auf Damenwahl! 🙂

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