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Von wegen zuckerkrank – ein Blog über glückliches Leben, leckere Ernährung und Sport mit Typ-1-Diabetes

Ich bin die Zuckerpuppe von der Bauchtanztruppe…

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Bauchtanz ist weit mehr als ein bisschen anzügliches Popowackeln. Es geht dabei um die Isolation einzelner Muskelgruppen, um die Koordination verschiedener Bewegungsabläufe – und um jede Menge Spaß mit anderen Frauen, die ebenfalls Freude am sinnlichen Tanz in wunderbaren Glitzerkostümen haben.

Ok, ihr müsst zugeben, dass man nicht um den ollen Schlager von Bill Ramsey aus dem Jahre 1961 herumkommt, wenn man als Diabetikerin über ihr Bauchtanztraining schreiben will. Ich sage ganz bewusst „Training“, denn Bauchtanz bzw. orientalischer Tanz ist ein hartes Stück körperliche Arbeit, wenn man die Sache halbwegs ernst nimmt. Ich nehme das Training zumindest halbwegs ernst und übe mich also seit ungefähr zwei Jahren zusammen mit ein paar anderen Frauen unter Anleitung unserer Lehrerin im ägyptischen Cabaret-Stil.

Nur die Anspannung in den Oberschenkeln bringt den Bauchspeck zum Vibrieren

Das wichtigste beim Bauchtanz sind die Isolation einzelner Muskelgruppen und die Koordination verschiedener, oft gegenläufiger Bewegungen zu einem harmonischen Ganzen. Wir üben also beim Training, den Brustkorb isoliert seitwärts in beide Richtungen („Brustkorb Shifts“) bzw. auf und ab zu bewegen, ohne dass Arme und Schultern sich nennenswert mitbewegen. Wer einen Schulter-Shimmy  beherrschen will, dem muss es zuallererst einmal gelingen, in der Nacken- und Schulterpartie ganz locker zu sein. Gleiches gilt eine Etage tiefer für die vielen verschiedenen Formen des Hüft-Schimmys. Ganz besonders schwierig finde ich den Vibrations-Shimmy (in dem Video ab Minute 22 zu sehen), für den man ohne äußerlich sichtbare Bewegung nur durch maximale Anspannung der Oberschenkel eine Vibration erzeugt, die sich dann bis nach oben fortsetzt und den Hüft- und Bauchspeck zum Zittern bringt. Genau den richtigen Punkt der Anspannung zu finden, ab dem sich das gewünschte Zittern einstellt, ist ungefähr so schwierig, wie als Fahranfänger beim Anfahren den Schleifpunkt der Kupplung zu finden. Und letztlich würgt man auch hier häufig den Motor ab, bevor man so richtig losgefahren ist. Da hilft nur eins: Üben, üben, üben…

Kamel und Bauchwelle: Das ist echt etwas für Fortgeschrittene

Auch die Beckenwelle hat es in sich: Das Becken und der Po sind zunächst weich, werden nach vorn geschoben und dann bei maximaler Bauch-, Po- und Beckenbodenspannung wieder zurückgezogen, wo das Bewegungsmuster dann erneut beginnt und möglichst weich und fließend aussehen soll. Erst wenn die einzelnen Bewegungsabläufe sitzen, kann man sich daran versuchen, sie miteinander zu kombinieren, zum Beispiel in der Figur des Kamel, bei der die Beckenwelle sich auch noch in den Oberkörper fortsetzt. An das Kamel haben wir uns in unserem Kurs noch nicht herangewagt, ebenso wie an die Bauchwelle, bei der durch den fließenden Übergang von Anspannung der verschiedenen Bauchmuskelpartien eine Wellenbewegung durch die gesamte Bauchpartie entsteht. Auch das Laufen mit Hüft-Shimmy finde ich ziemlich anspruchsvoll – schließlich müssen die Hüften weiter unbeirrt ihrem Takt folgen, auch wenn sie beim Laufen zwischendurch nicht durch ein Standbein gestützt werden. Ein paar Mal haben wir in unserem Kurs auch schon die Begleitung unserer Bewegungen durch Zimbeln ausprobiert  – und natürlich folgen die Zimbeln wieder einem ganz anderen Takt als die Hüftbewegungen, und die wiederum haben ein andere Tempo als die Füße oder die Arme, die sich in im Idealfall schlangenartig und weich um den Körper herumbewegen.

Bessere Haltung und gut trainierte Rumpfmuskulatur

Orientalischer Tanz hilft mir dabei, meinen Körper und seine verschiedenen Muskelpartien besser kennen zu lernen – schließlich soll ich sie in den verschiedenen sinnlichen und schönen Figuren alle isoliert voneinander und in verschiedenen Tempi bewegen können. Er fördert eine gute Haltung, trainiert die Rumpfmuskulatur und verbessert die Koordination – ein perfekter Ausgleich zu meinem Triathlon-Training! Weil Bauchtanz häufig maximale (und damit glukosefressende) Konzentration erfordert, kann es auch passieren, dass ich mich beim Bauchtanz in eine kleine Unterzuckerung katapultiere, auch wenn die Bewegungsabläufe körperlich gar nicht maximal anstrengend waren. Meist zeigt sich mein Blutzucker aber eher unbeeindruckt vom Bauchtanztraining: Ich versuche mit 140 mg/dl zu starten und komme dann nach dem Trainning mit 120 mg/dl wieder raus.

Ich fühle mich auf geheimnisvoll sinnliche Weise wunderschön

Dafür blüht mein weibliches Ego bei jeder Bauchtanzstunde auf: Wenn ich in meinen weitschwingenden Chiffonrock und ein mit allerlei Glitzer verziertes bauchfreies Top schlüpfe, mir einen bei jeder Bewegung klingelnden Münzgürtel umbinde und mich zu orientalischer Musik bewege, dann fühle ich mich auf geheimnisvoll sinnliche Weise wunderschön. Ein tolles Gefühl, dem auch Problemzonen und Dehnungsstreifen nichts anhaben können. Und ein gutes Körpergefühl ist bekanntlich auch immer Balsam für den Blutzucker…

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