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Rezept: Saftiger Käsekuchen mit wenig Kohlenhydraten

6 Kommentare

Der Mürbteig dieses Kuchens enthält dank Süßlupinenmehl nur wenig Kohlenhydrate, und Zucker habe ich durch den Zuckeraustauschstoff Tagatesse ersetzt.

Sonntags kommt es häufiger vor, dass ich Lust auf Kuchenbacken bekomme. So auch heute! Eines meiner Lieblingsrezepte, die ich blind beherrsche, ist Käsekuchen. Ebenso wie bei herzhaften Rezepten, reduziere ich auch beim Kuchenbacken gern den Anteil konventionellen Weizenmehls und ersetze einen Teil davon mit kohlenhydratarmen Alternativen. Am besten gefällt mir bislang Süßlupinenmehl, das ich auch für Quiche gern einsetze . Bei süßen Rezepten muss man sich zusätzlich auch über den Zuckergehalt Gedanken machen. Um Kohlenhydrate einzusparen, habe ich in den vergangenen Jahren diverse Zuckeraustauschstoffe ausprobiert. Mit Stevia kann ich mich geschmacklich nicht anfreunden, da stört mich der leicht bittere Nachgeschmack. Außerdem wird Stevia so niedrig dosiert, dass insbesondere Kuchenteigen schnell das nötige Volumen fehlt, das er sonst durch eine volle Ration Zucker erhält. Erythrit, das unter den Handelsnamen Sukrin, Xucker oder Erythrithol erhältlich ist, gefällt mir deutlich besser. Es sieht beinahe aus wie Zucker, wird ähnlich dosiert wie Zucker und verhält sich beim Backen wie Zucker. Der Geschmack ist in Ordnung, allerdings etwas „heller“ als Zucker, auch wenn das vielleicht nach einer seltsamen Beschreibung für Süße klingt.

Tagatose ist bislang mein bevorzugter Zuckeraustauschstoff

Am besten gefällt mir bislang Tagatose (Handelsname Tagatesse) als Zuckeraustauschstoff. Tagatose ist ein natürlicher Zucker, der durch Hydrolose und enzymatische Prozesse aus Milchzucker (Laktose) gewonnen wird. Die Konsistenz von Tagatose ist etwas pudriger als die von Haushaltszucker, geschmacklich ist beinahe kein Unterschied zu Haushaltszucker zu merken. Allerdings enthalten die Tagatose-Kristalle keine Spuren von Laktose und Glukose, beeinflussen daher auch den Blutzuckerspiegel überhaupt nicht. Tagatose ist ergiebiger als Haushaltszucker: Man benötigt nur etwa die halbe Menge, um die gleiche Süßwirkung zu erzielen. Für meinen Käsekuchen verwende ich also Süßlupinenmehl und Tagatesse – und habe bislang noch nie erlebt, dass jemand von selbst auf die Idee gekommen wäre, es könne irgendetwas anders sein als bei einem herkömmlichen Käsekuchen.

Zutaten:

Für den Mürbteig:

  • 100 Gramm Süßlupinenmehl
  • 100 Gramm Weizenmehl
  • 100 Gramm Butter
  • 1 Eigelb (Eiweiß bitte für die Füllung aufheben)
  • 50 Gramm Tagatesse

Für die Füllung:

  • 4 Eier und das übriggebliebene Eiweiß
  • 200 Gramm Hüttenfrischkäse
  • 250 Gramm Ricotta
  • (ersatzweise kann man statt Hüttenkäse und Ricotta auch 2×250 Gramm Sahnequark mit 20% Fett verwenden)
  • 80 Gramm Tagatesse
  • Mark einer Vanilleschote (ersatzweise 1 Päckchen Bourbonvanillezucker)
  • Geriebene Schale einer unbehandelten Zitrone

Zubereitung:

Alle Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben und mit den Händen zu einem Mürbteig kneten. Eine Springform (Durchmesser 28 cm) fetten und mit 1 EL Paniermehl einstäuben, damit der Kuchen nicht so leicht festklebt. Den Boden und den Rand der Form mit dem Mürbteig auskleiden. Ofen auf 175° C. vorheizen.

Alle Zutaten für die Füllung in eine Schüssel geben und mit einem Rührgerät mixen. Wer es noch ein bisschen fluffiger haben möchte, trennt vorher die Eier und schlägt das Eiweiß zu Eischnee, das dann vorsichtig unter die Eigelb-Frischkäse-Mischung gehoben wird. Ich bin meist zu faul dazu und trotzdem zufrieden mit meinem Käsekuchen.

Die fertige Füllung auf den Mürbteigboden geben, den Kuchen in den vorgeheizten Ofen geben und ca. 35 bis 45 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun und die Ei-Frischkäse-Mischung ordentlich gestockt ist.

Der Kuchen hat insgesamt rund 100 Gramm Kohlenhydrate (13 aus dem Süßlupinenmehl, 70 aus dem Weizenmehl, 5,4 aus dem Hüttenkäse und 12 aus dem Ricotta). Wenn man ihn in 8 Stücke schneidet, ergibt das pro Stück nur 12,5 Gramm Kohlenhydrate. Fett-Protein-Einheiten (FPE) müssen ggf. gesondert berechnet werden.

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6 Kommentare zu “Rezept: Saftiger Käsekuchen mit wenig Kohlenhydraten

  1. Hallo Antje,

    ich habe mich noch mal mit diesem Zuckeraustauschstoff befasst und auch gleich mal bestellt. Jedoch werde ich aus den Nährwertangaben nicht ganz schlau bzw. weiss ich sie nicht zu deuten. Beziehst Du es in die Berechnung der KH gar nicht mit ein?

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    • Hi Jessica, freut mich, dass ich dich inspirieren konnte! Tagatesse enthält zwar Kohlenhydrate, die muss man aber nicht anrechnen, ähnlich wie bei Erythrit auch. Ich berechne für die Insulindosierung tatsächlich nur die KH aus dem Mehl und den Milchprodukten im Kuchen, nicht für den Zuckeraustauschstoff. Das klappt gut.

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  2. Hallo Antje,
    hier mal ein kleines Feedback zum Zuckeraustauschstoff.
    Ich habe dieses Wochenende das erste Mal mit Tagatesse gebacken. Sind zwar erst mal „nur“ Plätzchen geworden, aber sie schmecken leeeeccckkkker. 😉
    Danke für den Tip! Alle Nutznießer dieser Backarie, mich eingeschloßen schmecken keinen Unterschied zu herkömmlichen Zucker. Toll!
    Schöne Weihnachten.

    Jessica

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  3. Liebe Jessica, danke für dein Feedback – freut mich, dass es bei dir auch so gut klappt mit Tagatesse! Liebe Grüße und schöne Weihnachtstage, Antje

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